Gemeinsame Großübung zeigte Schwachstellen auf

Verbandsgemeinde-Feuerwehr Wissen und das Deutsche Rote Kreuz übten mit rund 70 Einsatzkräften

rai Wissen. Einige Schwachstellen deckte eine Großübung auf, die weit über 70 Einsatzkräfte der Verbandsgemeindefeuerwehr Wissen und des DRK auf den Plan rief. Um es vorwegzunehmen: Es war eine alles andere als einfache Übung, mit der die Aktiven konfrontiert wurden. Schon allein der angenommene Unglücksort, zwei Gleise am Bahnhof Wissen, war Neuland.

Bei dem nachgestellten Szenario gab es eine Fülle an kniffligen und anspruchsvollen Aufgaben, die zu bewältigen waren. Die Ausgangssituation: Beim Rangieren auf Gleis 603, der Zug besteht aus Lok, Kessel- und Rungenwagen, springt der Flachwagen aus den Schienen. Es gibt Verletzte. Die Ladung des entgleisten Rungenwagens, Kleincontainer und Fässer mit gefährlichem Inhalt, schlagen Leck.

Das Drehbuch sah weiter vor, dass sich die Übung im weiteren Verlauf dynamisch entwickelte: Während der laufenden Rettungsarbeiten fährt ein Triebwagen auf den mit Schwefelmonochlorid beladenen Kesselwagen auf.

Zurück zur Ausgangssituation: Bevor nach einem Unglück der Gleiskörper von Rettungskräften betreten werden darf, muss die 15000-Volt-Oberleitung abgeschaltet und anschließend vor und nach der Unfallstelle geerdet werden. Erstmals probten die Floriansjünger der Verbandsgemeindewehr für den Ernstfall diese Prozedur, auf die Anfang des Jahres 20 Feuerwehrleute aus den drei Löschzügen (Schönstein, Wissen und Katzwinkel) geschult worden waren. Die Erdung sei erforderlich, weil trotz abgeschalteter Leitung immer noch ein Reststrom von rund 3000 Volt fließen kann, berichtete Bezirksleiter Heinrich Weber. Er beobachtete die Erdungsarbeiten. Bevor diese jedoch bei einer Übung beziehungsweise im Ernstfall vorgenommen werden können, muss der Einsatzleitung per Fax eine schriftliche Bestätigung von der Notfallleitstelle Duisburg oder vom Notfallmanager der Bahn vorliegen, dass die Leitung abgeschaltet ist. Es verging bei der Übung jedoch geraume Zeit und es wurde hin und her gefunkt, bis es endlich grünes Licht gab. Dieser Vorgang soll untersucht werden, betonte Weber nach der Übung. Während der Wartezeit und dem Erden hatten sich weitere Feuerwehrleute bereits mit Atemschutz ausgerüstet, um den Rungenwagen mit den Fässern und Kleincontainern zu inspizieren. Nicht zu beneiden waren die Feuerwehrleute, die in klobigen Chemieschutzanzügen an dem verunglückten Gefahrgutfahrzeugen im Einsatz waren. Denn sowohl der an Astronautenanzüge erinnernde Schutzanzug als auch die Pressluftflaschen hatten jeweils ein Gewicht von rund 15 Kilogramm. Neben dem Übungsschwerpunkt »Erdung der Oberleitung« mussten die Feuerwehrleute die Gefahrstoffe erkennen, die Leckage abdichten sowie insgesamt neun Verletzte retten und zur DRK-Sammelstelle transportieren. Dort wurden unter der Leitung von Organisationsleiter Mike Stock und Dr. Harald Pietsch unter anderem Vergiftungen - Schwefelmonochlorid ist in Verbindung mit Wasser stark ätzend -, offene Frakturen, Bewusstlosigkeit, Schock und Toraxtrauma behandeln.

»Es gab Schwachstellen«, stellte Bürgermeister Michael Wagener bei einer ersten Manöverkritik fest. Es sei darum gegangen, Erfahrungen für den möglichen Ernstfall zu sammeln. In den nächsten Wochen sollen die Schwachpunkte intern erörtert werden, betonte Wagener. Er dankte den Aktiven von Feuerwehren und DRK sowie der Bahn für die Zusammenarbeit. Die Bereitschaft der Feuerwehren, Bahnoberleitungen zu erden, sei nicht selbstverständlich, betonte Bezirksleiter Weber und dankte für die Kooperation.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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