Beschwerden über Helikopterflüge
Großprojekt soll für weniger Lärm sorgen

Hubert Becher und der Bauausschuss trafen sich zur Ortsbegehung am Flugplatz und sprachen mit Armin Brast.
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rai Katzwinkel. 160.000 Kubikmetern Erde türmen sich flächig am Flugplatz Katzwinkel auf. Weitere 50.000 kommen in den nächsten Jahren dazu. Am Ende des Großprojektes soll sich für die Bevölkerung in Katzwinkel beim Start von Segelflugzeugen die Geräuschkulisse reduzieren, auch mit Windenschlepp.
Unter den dann neuen Gegebenheiten soll dieser reaktiviert werden. Und mit einer längeren Startbahn sollen Segelflugzeuge beim Flugzeugschlepp schneller an Geschwindigkeit gewinnen und im Vergleich zu heute beim Start 50 Meter höher über den Ort fliegen. Beides soll die Lärmbelastung mindern. Eine Voraussetzung für den Windenschlepp ist die Anschüttung, um überhaupt zusätzliche Bahn anlegen zu können.

Verbindliche Einschätzung zur Lärmreduzierung

Bei einem Ortstermin schaute sich der Bauausschuss der Anliegergemeinde Katzwinkel auf dem Flugplatz um, auch an den aufgeschütteten Erdmassen auf Wingendorfer Seite. „Wir möchten ein Update haben“, so Ortsbürgermeister Hubert Becher. Er wollte eine „verbindliche Einschätzung“, was künftig beim Lärm besser wird. Als einen weiteren Aspekt sprach er Helikopterflüge an. Konkret ging es um solche, bei denen nur wenige Meter über dem Platz geflogen wird.

Als er 2008 den Vorsitz übernahm, so Armin Brast vom Segelflugclub Betzdorf/Kirchen, sei ihm u.a. wichtig gewesen, die Flugsicherheit zu erhöhen und ein gutes Einvernehmen mit den Anliegerorten zu haben. Um die Sicherheit zu erhöhen wird aufgeschüttet. Im Juni 2006 karrten die Gebr. Schmidt Freusburg die erste Ladung an. Inzwischen sind es 160.000 Kubikmeter Erde.

Reaktivierung des Windenschlepp

Der Start- und Landekopf wurde um 35 Meter nach Süden verbreitert. Katzwinkel habe dann angeregt, den Windenschlepp zu reaktivieren. Das erfordert eine eigene Startbahn, erläuterte Brast und verwies auf die Schleppseile auf dem Boden, die Motorflugzeugen gefährlich werden können: „Deshalb haben wir seit 1970 keinen Windenstart mehr.“ Ist alles fertig, sind zeitversetzt Flugzeug- und Windenschlepp möglich. Auf Wingendorfer und Katzwinkeler Seite müssen noch jeweils 25.000 Kubikmeter aufgeschüttet werden, teilte Brast mit und schätzte grob ein: „Drei Jahre hier oben und drei Jahre da unten.“ Die Bahn wird später an beiden Startköpfen rund 100 Meter breit sein. Die engste Stelle misst 80 Meter.

Becher erkundigte sich, ob es dann ein erhöhtes Flugaufkommen geben werde. Man werde nicht mehr Motorflüge haben, so Brast. Der Flugzeugschlepp reduziere sich erheblich. „Wir werden mehr Windenschlepp haben, die Segelflugstarts erhöhen sich.“

Die Beschwerden werden ernst genommen

Bei der Ortsbegehung kam man auch an eine große Halle, die ein Vereinsmitglied privat auf Katzwinkeler Gebiet errichtet hat. Aus dem Konzept sei nicht zu erkennen gewesen, dass da zwei Helikopter stehen würden, merkte Becher an. Er führte Beschwerden über Geräusche an, die im Ort zu hören seien. Überrascht zeigte sich Brast, als er hörte, dass Helikopter dort dicht über dem Flugplatz auf und ab fliegen würden. Vermutlich handele es sich um Schwebflüge, mit denen punktgenaues Landen geübt wird. Und er sicherte sofort zu, dafür zu sorgen, dass dies abgestellt wird. Grundsätzlich wird Katzwinkel nicht zwischen 12.30 und 14 Uhr überflogen. Das Standesamt wird künftig Brast mitteilen, wenn eine Beerdigung stattfindet, um dann den Flugverkehr über dem Ort einzustellen.

„Es war aufschlussreich“, konstatierte Becher nach dem Ortstermin in der Glück-auf-Halle. Und: „Unsere Beschwerden werden ernst genommen“, konstatierte der Orts-Chef und stellte heraus: „Im Westerwald und Siegerland verbindet man Bergbau und Flugplatz mit Katzwinkel.“

Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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