SZ

Deutsche Waldtage
Herz für den heimischen Wald bewiesen

Na, welcher Baum trägt diese Blätter? Dr. Franz Straubinger (mit vierbeinigem Begleiter) hatte für die Rundgang-Teilnehmer ein Baumquiz vorbereitet, das es durchaus in sich hatte.  Foto: nb
  • Na, welcher Baum trägt diese Blätter? Dr. Franz Straubinger (mit vierbeinigem Begleiter) hatte für die Rundgang-Teilnehmer ein Baumquiz vorbereitet, das es durchaus in sich hatte. Foto: nb
  • hochgeladen von Nadine Buderath (Redakteurin)

nb Schönstein. Mancher Baum am alten „Fürstenweg“ hat schon die Kutschen unter sich durchrumpeln sehen, heute genießen Spaziergänger, Nordic-Walker und (E-)Biker die Ruhe und den Blick in die Blätterkronen. Doch der Wald, egal ob im Wissener Stadtteil Schönstein oder woanders im Land, ist auch ein Wirtschaftsfaktor – und ein gewichtiger Mitspieler im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels.

Alle diese Aspekte greifen die derzeit laufenden Deutschen Waldtage unter dem diesjährigen Motto „Gemeinsam! Für den Wald auf“. 500 Veranstaltungen und Aktionen gibt bundesweit, davon allein 100 in Rheinland-Pfalz. Und auch der AK-Oberkreis findet sich in der langen Veranstaltungsliste wieder.

nb Schönstein. Mancher Baum am alten „Fürstenweg“ hat schon die Kutschen unter sich durchrumpeln sehen, heute genießen Spaziergänger, Nordic-Walker und (E-)Biker die Ruhe und den Blick in die Blätterkronen. Doch der Wald, egal ob im Wissener Stadtteil Schönstein oder woanders im Land, ist auch ein Wirtschaftsfaktor – und ein gewichtiger Mitspieler im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels.

Alle diese Aspekte greifen die derzeit laufenden Deutschen Waldtage unter dem diesjährigen Motto „Gemeinsam! Für den Wald auf“. 500 Veranstaltungen und Aktionen gibt bundesweit, davon allein 100 in Rheinland-Pfalz. Und auch der AK-Oberkreis findet sich in der langen Veranstaltungsliste wieder.

So hatte gestern Nachmittag die Hatzfeldt-Wildenburg’sche Verwaltung zu einem Rundgang mit den Themen Waldsterben, Waldkennen und erneuerbare Energien geladen hatte. Damit fügte sich die Veranstaltung bestens in die Waldtage, die sich dieses Mal als Schwerpunkt den Klimawandel und seine Folgen auf die Borke geschrieben haben.

In mehreren Kleingruppen absolvierten die Teilnehmer, vom Wald-Frischling bis zu jenen mit etwas mehr Jahresringen, den mit Informationen gespickten Rundgang.

Als kompetenten Waldführer hatten sie an der ersten Station Forstdirektor Dr. Franz Straubinger an der Seite. „Man sieht nur, was man weiß“, begrüßte er seine Zuhörer, bevor es dann bergan ging. „Station“ traf es nämlich nicht so ganz, denn wer etwas über den Wald wissen will, der sollte sich zumindest ein wenig in ihm bewegen.

Oberhalb der Firma Nimak ging es los mit dem Spaziergang. Unterwegs wurden diverse Stopps eingelegt und in einer knappen Stunden bekamen die Teilnehmer jede Menge zum heimischen Wald zu hören. Viele Informationen natürlich und vieles, was nachdenklich stimmte – aber eines waren die Ausführungen immer: spannend und unterhaltsam.

Er machte auf dem ersten Wegabschnitt auf dessen Alleecharakter aufmerksam, zeigte eine sogenannte Kalamitätsfläche, auf der noch jede Menge Äste liegen („das ist nicht schlampig, das ist Biomasse“) und lieferte nebenbei noch einen Abriss über die vergangenen sechs Eiszeiten und wie die verschiedenen Baumarten danach immer wieder in Wellenbewegungen Mitteleuropa besiedelten.

Der Forstdirektor gab einen Einblick in die, wie er erläuterte, naturgemäße Waldwirtschaft in den Hatzfeldt’schen Wäldern und auch eine „Rätselstation“ galt es zu absolvieren. Douglasie, Robinie, Eibe, Linde, Lärche – gar nicht so einfach im Blätterwald den Durchblick zu behalten. Dem Sohn von Bürgermeister Berno Neuhoff gelang das ziemlich gut, und wo es hakte, da halfen die anderen Teilnehmer oder Straubinger selbst aus.

Erst vor wenigen Wochen hat der Geschäftsführer der Hatzfeldt’schen Forstverwaltung in der SZ von Klimakatastrophe gesprochen und auch gestern waren Trockenheit, zunehmende Hitzeperioden und die Auswirkungen auf die heimischen Wälder Thema. Er machte auf Warnsignale aufmerksam, wie die Tatsache, dass viele Bäume immer früher Früchte produzieren und betonte dabei: „Der Bio-Indikator bei uns ist der Wald.“

Eigentlich gelte: „Wir müssen nur sehen, denken, handeln“, aber derzeit würden wir zwischen sehen und denken stehen: „Das ist ein bisschen wenig.“ Rein mit Geld das System reparieren zu wollen, das funktioniere nicht: „Die Natur kann man nicht austricksen.“ Nur mit düsteren Aussichten wurden die Zuhörer aber nicht auf den weiteren Rundgang geschickt. Straubinger sieht eine Perspektive, aber die hiesigen Wälder würden zukünftig anders aussehen, lichter.

Beim Thema Klimawandel erwähnte Straubinger auch kurz die erneuerbare Energien, ein Aspekt, der auf einer weiteren Station des Rundgangs detaillierter aufgegriffen wurde. Schließlich liegt einer der Solarparks der Maxwäll-Energiegenossenschaft auf dem Rundgang und hier wartete der Aufsichtsratvorsitzende Friedrich Hagemann auf die Teilnehmer. 15 Jahre lang hatte die Fläche brachgelegen, bevor die Energiegenossenschaft hier tätig wurde. Seit 2018 ist die Photovoltaikanlage am Netz. Die Firma EAM nimmt die Energie in ihr Netz auf, so erläuterte Hagemann, der Strom werde über verschiedene Direktvermarkter angeboten.

„Das ist ein völlig ungewöhnliches Jahr gewesen“, blickte Hagemann zurück. Sonne satt und damit jede Menge Stromproduktion in den Monaten April und Mai, die Preise aber im Keller wegen des Lockdowns, in dem etwa der Stromverbrauch durch Betriebe stark sank.

Hagemann stand auch für Nachfragen der Waldtag-Gäste gerne bereit. Und er gaben ihnen mit auf den Weg: „Wir verstehen uns als Energiewendegenossenschaft.“

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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