Kreis Altenkirchen
Impfzentrum entsteht in Sitzungssälen der Verbandsgemeinde Wissen

In den Räumen der Verbandsgemeinde Wissen im Obergeschoss der Westerwald Bank wird das Corona-Impfzentrum entstehen. Neben den logistischen Vorbereitungen laufen auch bereits Gespräche mit Medizinern.
  • In den Räumen der Verbandsgemeinde Wissen im Obergeschoss der Westerwald Bank wird das Corona-Impfzentrum entstehen. Neben den logistischen Vorbereitungen laufen auch bereits Gespräche mit Medizinern.
  • Foto: rai
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sz Wissen. Das Corona-Impfzentrum für den Kreis Altenkirchen wird, wie am Mittwoch berichtet, zentral in Wissen eingerichtet. Jetzt teilt die Kreisverwaltung in einem Pressebericht Konkretes mit: Nach Prüfung verschiedener Optionen in der Siegstadt ist demnach die Entscheidung für die Sitzungssäle der Verbandsgemeinde im Obergeschoss der Westerwald Bank gefallen. Hier stehen auf rund 480 Quadratmetern der große und der kleine Sitzungssaal (Kuppelsaal und Europasaal), das Trauzimmer sowie ein weiterer Besprechungsraum zur Verfügung.
„Der Kreis ist der Verbandsgemeinde Wissen als Mieter und der Westerwald Bank als Eigentümer sehr dankbar, dass wir hier kurzfristig die Voraussetzungen schaffen können, ein Impfzentrum einzurichten“, so Landrat Dr. Peter Enders. „Die Vorgabe des Landes ist, dass die Impfzentren in allen Landkreisen und kreisfreien Städten am 15. Dezember einsatzfähig sein sollen. Der Kreis trägt seinen Teil dazu bei.“ Außerdem sehen die Planungen vor, dass die Impfzentren bis Ende 2021 in Betrieb sein sollen. „Das ist aber sicher auch davon abhängig, ab wann Impfstoffe verfügbar sind, die dann auch bei den Hausärzten verimpft werden können“, erklärt der Landrat.

Vieles spricht für das Gebäude in der Innenstadt von Wissen

Für das Gebäude in der Wissener Innenstadt sprächen vor allem die vorhandene Ausstattung der Räumlichkeiten und die Parkmöglichkeiten. Und: Durch den Eingang vom Platz des Wissener Jahrmarktes aus und den Ausgang über die Seitentreppe lasse sich ein Einbahnstraßen-System für den Impfbetrieb realisieren. Der Bankbetrieb im Erdgeschoss wird nicht beeinträchtigt.
Zunächst werden in den nächsten Wochen nun in Abstimmung mit Land und Gesundheitsamt die Räume logistisch auf die Anforderungen ausgerichtet, Mobiliar, IT-Technik sowie Kühlvorrichtungen installiert, die teilweise vom Land gestellt werden. Dabei werde ausreichend Zeit sein, verschiedene Varianten durchzuspielen, wie die Impfstraßen am besten angeordnet werden, heißt es weiter. Der Impfstoff selber und das entsprechende Material kommen ebenfalls vom Land, das auch eine zentrale Terminvergabestelle für die Impfungen aufbaut.

Wissens Bürgermeister Berno Neuhoff sagt sofort zu

Parallel dazu laufen personelle Vorarbeiten: Das Land binde dabei die Kassenärztliche Vereinigung verpflichtend ein. Um keine Zeit zu verlieren, habe der Kreis schon vorgearbeitet. Eine Abfrage unter den Mitgliedern der Kreisärzteschaft hat bis dato rund 40 Rückmeldungen von praktizierenden und sich im Ruhestand befindlichen Medizinern gebracht, die bereit sind, insbesondere die Aufgabe der Impfberatung zu übernehmen. „Für diese Bereitschaft sind wir sehr dankbar. Das ist ein tolles Zeichen der Solidarität. Hier stimmen wir nun nach und nach ab, zu welchen Konditionen der Einsatz erfolgt und wer für welche Aufgaben infrage kommt“, erklärt Enders. Ebenfalls mit von der Partie sind die Schnelleinsatzgruppen (SEG) des Deutschen Roten Kreuzes, deren Aktive mit der entsprechenden Qualifikation den Kern des medizinischen Personals für das Impfen selber stellen werden. Hierzu werden zudem noch weitere Kräfte angeworben.
Wissens Bürgermeister Berno Neuhoff habe keinen Augenblick gezögert, die Sitzungs-Etage ins Gespräch zu bringen, als sich abzeichnete, dass ein Impfzentrum in die Kreismitte soll: „Wir sind gerne Impfstandort für alle in unserem Kreis. Wissen bietet aufgrund seiner Zentralität, mit Regio-Bahnhof, Parkgelegenheiten und Notarzt in direkter Nähe Vorteile.“

Priorisierung der zu impfenden Gruppen noch offen

Auch die Westerwald Bank als Eigentümer des Gebäudes und Vermieter brauchte demnach nicht lange, um eine Entscheidung zu treffen: „Hier geht es um eine Aufgabe von überragender Bedeutung – regional, national, international. Es ist für die Westerwald Bank eG eine Selbstverständlichkeit, hier zu unterstützen und damit unserer regionalen Verantwortung gerecht zu werden“, so Bankvorstand Dr. Ralf Kölbach.
Noch offen ist derzeit die endgültige Priorisierung der zu impfenden Gruppen, die auf Bundesebene festgelegt wird: Man rechnet damit, dass es sich dabei um medizinisches Fachpersonal handelt, um Angehörige von Polizei und Katastrophenschutz, aber auch um Risikogruppen. Bewohner von Seniorenheimen, so der derzeitige Stand, werden voraussichtlich durch mobile Teams geimpft, deren Einsatz vom Land koordiniert wird.

Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

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