In Wissen wird geschafft!

Doch die Großbaustelle Regio-Bahnhof hat auch mit allerhand Unwägbarkeiten zu kämpfen

goeb Wissen. Der »gesammelte Sachverstand« in Sachen Technik/Bau traf sich gestern Nachmittag auf Wissens Großbaustelle Nummer eins zu einer »Ortsbesichtigung zum Stand der Maßnahme« Regio-Bahnhof. Die Baustelle ist schon seit längerem nicht mehr zu übersehen. Während Bürgermeister Michael Wagener erleichtert wirkte, dass der Verkehrsfluss vor allem auf der Rathausstraße bislang ohne Stockungen verläuft, dürften die Parkplatzsucher schon die Nerven verloren haben. Parkplätze sind zumindest im Umfeld der Baustelle rar geworden.

Über den Baufortschritt zwischen Straße und Bahnlinie informierten der Projektmanager Horst Feick vom Büro Krebs und Kiefer in Darmstadt und Bauleiter Wolfgang Schneider.

Angefangen hatte man mit den Arbeiten Mitte Mai. Zurzeit wird plangemäß das »Los 1« ausgeführt, darunter ist die Gründung und der Rohbau zu verstehen. Die Firma Züblin AG aus Frankfurt ist daran im Wesentlichen beteiligt.

Zunächst war die alte Stützmauer entlang der Rathausstraße eingeris- sen worden, auch die Aufbauten des früheren Omnibusbahnhofs fielen der Abrissbirne zum Opfer. Bis vor kurzem konnte man vor Ort noch das inzwischen wieder entfernte Großbohrgerät bewundern. Es ist abgezogen worden, weil die zunächst benötigten 180 Großbohrpfähle (von insgesamt 265) stehen. Gut zu sehen waren gestern die Großbohrpfähle der ersten Reihe entlang der Straße. Auch die übrigen Pfähle im Baufeld wurden angelegt. Die »Pfahl-Bock-Konstruktion« wird später die horizontale Stahlbetondecke mit den Aufbauten abstützen. Hier müssen enorme Lasten verkraftet werden. Während die Pfähle für das Parkdeck schon fertig sind, werden die für die Deckelhälfte im westlichen Bereich erst später gegossen. Der Untergrund bekam nicht die besten Noten. Schneider sprach von insgesamt schlechten Bodenverhältnissen.

Die Arbeiter waren mit der Herstellung so genannter Kopfplatten sowie mit der Verankerung beschäftigt. Auf dem Gelände sieht man Erdhaufen, die auf die Deponie gefahren werden müssen. Das Erdreich ist leicht belastet, so war zu erfahren.

Fertiges bewundern konnte man bereits an den Gleisen: Bis auf den Behelfsbahnsteig (die Bahn fordert eine Mindestlänge von 180 Metern) ist der neue moderne Bahnsteig mit Blinden-Leitstreifen gediehen. Er wird noch etwas breiter werden. Nachts wurde das Gleis mit Stopfmaschinen angehoben und befindet sich jetzt in Endlage – kein leichtes Unterfangen, liegt der Bahnhof Wissen doch in einer Kurve.

»Not amused« war man in Wissen über fehlerhafte Karten der Bahn: Die unterirdischen Fernkabel von Au nach Siegen liegen nicht dort, wo sie hätten sein müssen. Auch auf zwei eingegrabene Tanks stieß man. Bürgermeister Wagener äußerte sich dahingehend, dass »die Bahn immer wieder Wünsche äußert und die Stadt sie bezahlen soll«.

Der Bauausschuss tagte nach der Besichtigung und diskutierte offenbar lebhaft. Zu entscheiden war nämlich über etliche Nachträge, die zum Teil Mehrkosten verursachen werden. Allein der Eintrag »Nachtrag 10« verschlägt einem den Atem. Hier wird als Mehrkosten für Baustahl, und Betonstahl aufgrund allgemeiner Preiserhöhung seit Jahresbeginn eine »steile« Zahl angegeben: 545330,32 Euro.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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