„Chat der Welten“: Austausch zwischen Wissen und Chile
Jugendliche lassen die Gitarre sprechen

Jona und Felix sind per Videobotschaft mit Ignacia aus Chile (Leinwand) in Austausch getreten. Eduardo Cisternas unterrichtet die Kids in der Musikschule von Dr. Stefan Quast. Mit seiner Frau Michael Weyand (v.  l.) führt Cisternas das Projekt „Chat der Welten“ durch.
  • Jona und Felix sind per Videobotschaft mit Ignacia aus Chile (Leinwand) in Austausch getreten. Eduardo Cisternas unterrichtet die Kids in der Musikschule von Dr. Stefan Quast. Mit seiner Frau Michael Weyand (v. l.) führt Cisternas das Projekt „Chat der Welten“ durch.
  • Foto: dach
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

dach Schönstein. So platt und abgenudelt es klingen mag, es stimmt: Musik ist eine universelle Sprache. Wer über Instrumente miteinander kommuniziert, muss nicht zwangsläufig die Worte des Gegenübers verstehen können. Ob diese Erkenntnis dem Projekt „Chat der Welten“ quasi als Ausgangspunkt diente? Vielleicht. Haben die Jugendlichen aus dem AK-Land und Zentralchile diese wertvolle Erfahrung bereits selbst nach der „ersten Runde“ gemacht? Und ob!
Michaela Weyand und Eduardo Cisternas führen damit „ihre“ Schüler und die Kids der Escuela Popular des Artes (EPA) in Achupallas zusammen. Cisternas ist Musiker und Gitarrenlehrer, Weyand Sozialarbeiterin und Musiktherapeutin. Die EPA hat das Ehepaar, das mittlerweile in Birken-Honigsessen lebt, 1998 in Chile als Entwicklungshilfeprojekt aus der Taufe gehoben. Zwei Jahre später folgte der Förderverein CREARTE in Deutschland.

Im Austausch mit Gleichgesinnten

Nun also sollten Cisternas’ deutsche Gitarrenschüler, die er in der freien Musikschule „MusiQSpace“ in Schönstein unterrichtet, mit Gleichgesinnten der EPA in den Austausch treten. Das bekam eben den Titel „Chat der Welten“, eine Projektförderung des Verbands „Eine Welt Netz NRW“ und des Bundesentwicklungsministeriums inklusive.
Der Kontakt sollte übers Internet zustande kommen, so wie in der heißen Corona-Phase allerorten eingeübt. Aufgrund der Zeitverschiebung zwischen Mitteleuropa und Südamerika entschieden sich Weyand und Cisternas dafür, es eben nicht „live“ auf die Beine zu stellen, sondern über aufgezeichnete Videos zu versuchen.

Lieblingslieder auf der Gitarre spielen

Die Deutschen machen den Anfang. Jeder Schüler stellt sich in dem Clip in ein paar Sätzen vor: Name, Alter, Hobbys etc. Und dann lassen sie die Saiten sprechen. Jeder spielt, was er kann – und was er gut findet. Der neunjährige Jona etwa schickt „Apache“ von The Shadows aus dem Jahr 1960 über die Lautsprecher. Felix (elf Jahre) bietet seine Version von „Eine Insel mit zwei Bergen“ dar.
Nachdem jeder der zehn Teilnehmer die Fingerkuppen übers Griffbrett hat flitzen lassen, sind die chilenischen „Kollegen“ dran. Im Anschluss schicken die deutschen Kids Fragen über den großen Teich: Was spielt ihr gerne? Wie oft in der Woche habt ihr Gitarrenunterricht in der EPA? Welche Hobbys habt ihr? Und so weiter.

Unterhaltung per Video-Schalte nach Chile

Auf der anderen Seite der Leitung organisiert ein Gitarrenlehrer den Austausch, der einmal selbst Schüler von Eduardo Cisternas war – und der zufällig auch Eduardo heißt. „Die Deutschen haben viel Talent“, meint etwa der zehnjährige Ariel. Und Ignacia (15) berichtet, dass sie nicht nur Konzertgitarre spielt, sondern auch die E-Version, außerdem Basketball und das Surfen liebt.
Die Mädchen und Jungs aus Achupallas antworten gerne und ausführlich – ebenfalls Corona-konform in einer Video-Schalte. Dabei wird schnell deutlich, dass die Jugendlichen beider Kontinente weitaus mehr Gemeinsamkeiten verbindet, als Geografie, Traditionen oder Kultur trennen könnten. Die Chilenen sind an der Gitarre erstaunlich klassisch unterwegs, und bei den AK’lern ist eine Vorliebe für spanische bzw. lateinamerikanische Klänge nicht zu verhehlen.
Die Fragen der jungen Südamerikaner, die ebenfalls zum Video aus Chile gehören, werden die deutschen Gitarrenschüler nach den Sommerferien beantworten. Und wer weiß, meint Michaela Weyand, vielleicht musizieren am Ende alle gemeinsam – in einem Mosaik-Video mit vielen Akteuren gleichzeitig. Eine gemeinsame Sprache haben sie jedenfalls schon jetzt gefunden.

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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