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Verwaltung Wissen
Kein Umzug ins ehemalige Katasteramt

Was aus dem ehemaligen Katasteramt wird, steht in den Sternen – ein Rathaus jedenfalls nicht.

damo Wissen. Man kann wirklich nicht sagen, dass die politischen Gremien in Wissen ihre Entscheidung übereilt getroffen hätten: Mehr als zehn Jahre lang war um eine Lösung gerungen worden, wo die Verwaltung künftig untergebracht werden soll. Im Oktober 2017 hatte der Rat dann endlich die Entscheidung gefällt: Das ehemalige Katasteramt sollte zum Verwaltungssitz umgebaut werden. Aber daraus wird plötzlich doch nichts, weil für diese Lösung keine Fördermittel bewilligt werden. Mit anderen Worten, nämlich denen des Bürgermeisters: „Wir stehen wieder am Punkt null.“
Keine Fördermittel für Umzug ins ehemalige Katasteramt
Auf Nachfrage der SZ hat Berno Neuhoff Stellung zur aktuellen Situation in Sachen Rathaus bezogen – wohl wissend, dass er eine ernüchternde Nachricht präsentieren musste.

damo Wissen. Man kann wirklich nicht sagen, dass die politischen Gremien in Wissen ihre Entscheidung übereilt getroffen hätten: Mehr als zehn Jahre lang war um eine Lösung gerungen worden, wo die Verwaltung künftig untergebracht werden soll. Im Oktober 2017 hatte der Rat dann endlich die Entscheidung gefällt: Das ehemalige Katasteramt sollte zum Verwaltungssitz umgebaut werden. Aber daraus wird plötzlich doch nichts, weil für diese Lösung keine Fördermittel bewilligt werden. Mit anderen Worten, nämlich denen des Bürgermeisters: „Wir stehen wieder am Punkt null.“

Keine Fördermittel für Umzug ins ehemalige Katasteramt

Auf Nachfrage der SZ hat Berno Neuhoff Stellung zur aktuellen Situation in Sachen Rathaus bezogen – wohl wissend, dass er eine ernüchternde Nachricht präsentieren musste. „Der entscheidende Satz steht am Ende einer mehrseitigen Stellungnahme: Es gibt nach der aktuellen Wirtschaftlichkeitsberechnung für die Lösung Katasteramt keine Zuwendung aus dem Investitionsstock“, verweist er auf ein Schreiben der übergeordneten Behörde. Und ohne Landesfördermittel wird’s nicht funktionieren: Zum einen geht es um mehrere Millionen Euro, zum anderen steht der Verbandsgemeinde finanziell ohnehin das Wasser bis an die Unterlippe.
Warum aber sollen plötzlich keine Fördermittel fließen? Weil sich mittlerweile herausgestellt hat, dass der Umzug ins Katasteramt nicht die wirtschaftliche Lösung ist – und nur diese wird bezuschusst.
Bis vor Kurzem sah es offenbar noch danach aus, als wäre der Umbau des Katasteramts günstiger als ein Rathaus-Neubau. Da gab es aber auch nur eine Voruntersuchung, erklärt Bauamtsleiter Karl-Heinz Henn im Gespräch mit der SZ. „Und in dieser Untersuchung sind noch nicht alle Details bewertet worden.“

Erhebliche Mängel am Gebäude

Mittlerweile aber liegt die Entwurfsplanung vor, und diese prüft weitaus gründlicher, welche Kosten anfallen. Und sie zeigt eben auch bestehende Mängel des Gebäudes auf – und davon gibt es in dem 20 Jahre alten Bauwerk der Katasterverwaltung viele. So sind erst jetzt diverse Setzrisse entdeckt worden. Und auch die überall in den Wänden verbaute Mineralfaserwolle, die mittlerweile wegen ihrer gesundheitsgefährdenden Wirkung verboten ist, kam erst jetzt ans Tageslicht, berichtet Neuhoff. Nimmt man dann noch die Kosten für einen Anbau, den Austausch der Aufzüge, den fehlenden zweiten Fluchtweg und diverse energetische Mängel hinzu, wird laut Neuhoff und Henn deutlich: Der Umbau würde viel teurer, als das zu erwarten war. „Dass die Substanz so schlecht ist, steht dem Gebäude nicht auf die Stirn geschrieben“, sagt Neuhoff.
Jetzt aber kann man hinter die Fassade schauen und das in Zahlen ausdrücken: Rechnet man die aktuellen Investitionskosten plus die Betriebskosten auf 50 Jahre, wird ein Neubau rund 17 Millionen Euro kosten – und ein Umzug ins Katasteramt 21 Millionen Euro, zitiert Neuhoff aus dem Schreiben der Aufsichtsbehörde. Und selbst, wenn man nur die aktuellen Investitionskosten zugrundelegen und die Folgekosten ausblenden würde, wäre der Neubau günstiger. „Und damit sagt die ADD, dass der Umzug schlichtweg nicht förderfähig ist“, bilanziert Henn.

Diskussionen um das Rathaus starten wieder bei null

Für die politischen Gremien bedeutet das: Die Diskussionen um das Rathaus fangen wieder bei null an – was man von den Kosten freilich nicht behaupten kann. Denn natürlich haben die bisherigen Planungen und Analysen reichlich Geld gekostet: Neuhoff spricht von einem sechsstelligen Betrag. Aber es sei unverzichtbar gewesen, dieses Geld in die Hand zu nehmen: Um überhaupt einen Förderantrag stellen zu können, mussten Planungen vorgelegt werden. „Das wird natürlich heißen: ,Ihr habt viel Geld versenkt.’ Aber wir mussten die Entwurfsplanung machen. Punkt.“
Für Neuhoff hat der neue Status quo aber zumindest ein Gutes: „Wir haben Klarheit.“ Denn jetzt stehe unumstößlich fest, dass weder die Sanierung des alten Rathauses noch der Umbau der Realschule oder des Katasteramts eine Lösung sein wird.
Erstmals wird das Thema im Verbandsgemeinderat aufschlagen, und zwar bereits in der kommenden Woche. Was dann zu tun ist, umreißt Neuhoff so: „Wir müssen jetzt den besten Standort suchen und dafür sorgen, dass wir ein funktionales Rathaus nach den aktuellen Standards der Technik und der Energierichtwerte schaffen.“ Und zwar ohne viel Zeit zu verlieren: „Wir haben Druck. Das alte Rathaus aus dem Jahr 1956 weist erhebliche Mängel auf.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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