»Lobby für geächtete Kreaturen«

»Wolfswinkler Hundetage 2003«: Symposium hat sich zu einer Institution entwickelt

bise Wissen. Wildhunde wie der australische Dingo, der amerikanische Coyote oder der Schakal seien geächtete Kreaturen, so Dr. Franz Straubinger zur Seminareröffnung der »Wolfswinkler Hundetage 2003« im katholischen Jugendheim Wissen. Er bezeichnete die Tiere als einzigartig und es gehe darum, ihnen eine Lobby zu verschaffen. Dr. Straubinger aus der Forstverwaltung überbrachte Grüße des Fürsten Hatzfeld Wildenburg und dankte den Wolfswinklern, die sich in der Wildhundeforschung einen Namen gemacht haben.

Zuvor hatte Dr. Frank Wörner die Teilnehmer des nun zum elften Mal stattfindenden Seminars der »Gesellschaft für Haustierforschung« begrüßt. Er betonte, dass sich das von Freitag bis Sonntag stattfindende Symposium bereits zu einer Institution gemausert habe. Die große Resonanz sehe er als Indikator für die Aktualität der Themen. Viele hochklassige Referenten aus aller Welt haben über zehn Jahre die »Wolfswinkler Hundetage« begleitet. Die Erforschung des Verhaltens von Hunden würde erst seit fünf Jahrzehnten betrieben, so Dr. Wörner, denn man habe die Hunde lange Zeit vernachlässigt.

Die Auswahl des Themas »Verhalten von Wild- und Haushunden« begründete er damit, dass ursprüngliche Verhaltensweisen durch Zucht und Domestikation nicht mehr nachvollziehbar seien und, dass sich daher nur durch Untersuchungen an Wildhunden typische Verhaltensweisen ablesen ließen. Schon Eberhard Trumler sei der Meinung gewesen, dass Rassehunde und Bastarde keine Forschungsprojekte seien, solange ihre Ahnen nicht erforscht würden. So galten die Seminartage den Wildhunden und auch ihre Verwandten, den Füchsen.

Diesen war auch der erste Vortrag gewidmet. Günter Schuhmann berichtete eindrucksvoll über die Freundschaft mit wild lebenden Füchsen, die er über viele Jahre begleitet und ihr Verhalten studiert hat. Seine beeindruckenden Photos und Berichte hat er in einem Buch veröffentlicht.

Gudrun Feltmann von Schroeder referierte anschließend über ihre Beobachtungen des Verhalten von Haushunden auf der einen Seite und Dingos und Wölfen auf der anderen. Sie studierte vier australische Dingos, die eigentlich verwilderte Haushunde seien und zwei Wölfe in ihrem Umgang mit Haushunden. Sie konnte beobachten, dass sich die Verhaltensweisen der Tiere in Bezug auf den Umgang miteinander sehr ähnelten. Alle zeigten die gleichen Verhaltensmerkmale wenn es um die Ordnung in der Gemeinschaft ging. Sie kam zu dem Schluss, dass auch das soziale System in einem Rudel nie starr sei, sondern es zeigte sich, dass Regeln von den Tieren immer wieder ausgetestet wurden. Gudrun Feltmann von Schroeder konnte beobachten, dass sich lediglich das Begrüßungsritual der Wölfe intensiver gestaltete.

Nach einer Kaffeepause sprach Dr. Dorit U. Feddersen-Petersen von der Universität Kiel über Verhaltensbeobachtungen an Goldschakalen. Mittags widmete sich Dr. Dmoch vom Zoologischen Garten Frankfurt den Wildhunden und die von der Universität Osnabrück und dem Zoo Schwerin stammende Dipl. Biologin Heike Maisch sprach über das Sozialverhalten von Rothunden. Den Nachmittag gestalteten Dipl. Biologe Joachim Leiphold von der GfH mit Notizen zum Äthiopischen Wolf und den Hunden der Balé-Mountains und Dr. Frank G. Wörner mit einem Vortrag mit dem Thema »Vom Steinzeitjäger zum Verhaltensforscher«.

Abschließend standen alle Referenten bei einer Podiumsdiskussion Rede und Antwort. Der Sonntag war einem praktischen Teil gewidmet. So gab es die Möglichkeit, die »Eberhard Trumler Station« unter fachkundiger Führung von Erika Trumler, Michael Neubert und Dirk Roos zu besichtigen, bevor eine Hundewanderung im Wald um Wolfswinkel das Symposium zum Abschluss brachte.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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