Mit Lehrern als Leiter gut gefahren

Das Fest zum 50. Bestehen des MGV Liederkranz 1884 Birken wurde unter Beteiligung der gesamten Bevölkerung gefeiert. Ein Festzug durch den Ort gehörte natürlich auch dazu.  Foto: Verein
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suk Birken. Der Männergesangverein Liederkranz 1884 Birken kann in diesem Jahre auf sein 125-jähriges Bestehen zurückblicken. Anlässlich dieses stolzen Jubiläums wurde die bewegte Vereinsgeschichte mit vielen weiteren Informationen und Bildern in einem Festbuch verewigt, das in einer Auflage von 500 Stück erschienen ist und während der ersten Festveranstaltung am 22. März erstmals erworben werden kann.

Am 16. November 1884 versammelten sich unter dem Vorsitz von Johann Feckler 15 junge Männer in der Gastwirtschaft Gerhardus (später Kämpfer) zur ersten Chorprobe unter der musikalischen Leitung von Lehrer Weller. Sodann wurde jeden Sonntag die Gesangsstunde abgehalten. Wilhelm Baldus, Theodor Borr, Ferd. Euteneuer, August, Johann und Martin Feckler, Friedrich und Josef Gerhardus, Aloys Schmidt, Franz Utsch, August und Johann Wingendorf sowie Peter, Wilhelm und Christian Winkel waren die Männer der ersten Stunde. Als erstes Lied wurde „Hab oft im Kreise der Lieben“ einstudiert.

Da damals die Protokollführung noch in den Kinderschuhen steckte, finden sich für die Jahre 1884 bis 1897 kaum Nachweise über die Vereinstätigkeit. Bekannt ist nur, dass bis 1897 der Verein viermal seinen Dirigenten wechselte. Auf Lehrer Weller folgten die Lehrer Gerhardus, Becker und Baumgarten. Insgesamt 92 Jahre lang stand der Verein ununterbrochen unter der musikalischen Leitung von Lehrern.

1902 nahm der Verein zum ersten Mal in Betzdorf an einem Sängerwettstreit teil. Mit rund 20 Aktiven konnten die Sänger aus Birken unter 16 teilnehmenden Vereinen einen fünften Platz ersingen. Es folgte in Juni 1907 ein Wettstreit in Siegen, den der Chor ebenfalls mit gutem Erfolg absolvierte. Im darauffolgenden Jahr verstarb Lehrer Hahn, welcher den Verein elf Jahre musikalisch führte. Sein Nachfolger wurde Lehrer John aus Niederschelderhütte.

1909 beging der Verein unter Mitwirkung von 13 befreundeten Vereinen sein 25-jähriges Jubiläum. Gleichzeitig wurde die erste Vereinsfahne, gestiftet von Fabrikant Heinrich Stettner aus Mudersbach, geweiht. Alljährlich fanden nun Konzerte in Mudersbach und Niederschelderhütte statt. Im Juni 1934 konnte dann das 50-jährige Vereinsjubiläum gefeiert werden, als großes Volksfest unter Beteiligung der gesamten Bevölkerung. Zwölf Nachbarvereine folgten der Einladung auf die „Birker Wiesen“. Die Schirmherrschaft übernahm der damalige Landrat Dr. Georges. Kommers und Festzug, Freundschaftssingen und Frühschoppen zeugten von einem rundum gelungenen Fest, welches noch lange allen Sängern in guter Erinnerung blieb.Während des Zweiten Weltkrieges konnte der Chorbetrieb noch bis 1942 aufrecht erhalten werden; danach wurde er bis zum 2. November 1945 eingestellt. Neun Sangesbrüder kehrten nicht mehr aus Krieg zurück. Zwei Jahre später erfolgte das erste Konzert nach dem Krieg in Mudersbach. Von 1950 bis 1976 leitete Rektor Wilhelm Harnischmacher aus Mudersbach den Verein und führte ihn zu einem erneuten Aufstieg, was auch die Sängerzahlen verdeutlichten. Die Zahl stieg von 29 Aktiven 1951 auf 51 im Jahr 1959.Im Mai 1965 errichtete der Verein im Wald oberhalb von Birken eine Hütte, welche noch heute genutzt wird. 1976 übernahm Gerhard Feckler aus Brachbach den Chor und dirigierte ihn bis 1992. Der Chor besuchte vermehrt Sängerwettstreite und errang viele erste Preise.Das 100-jährige Vereinsjubiläum wurde 1984 groß gefeiert; der Chor erhielt damals die Zelterplakette des Bundespräsidenten für seine Verdienste um Chormusik und Volkslied. In den weiteren Jahren überzeugten die Sänger aus Birken bei verschiedenen Konzerten, die öfters zusammen mit dem Frauenchor Brachbach durchgeführt wurden.Freundschaftssingen, Waldfeste, Mudersbacher Kirmes, Familienfeiern, Hochzeiten, Geburtstagsständchen und viele weitere Gelegenheiten sorgten dafür, dass die Birker Sänger ihren guten Ruf halten konnten. Das Jahr 1999 brachte dem Chor einen Höhepunkt im musikalischen Wirken: Der Chor erhielt unter der Leitung von Luis Perathoner den Titel „Meisterchor des Sängerbundes Rheinland-Pfalz“.Bis zum heutigen Tag sind die Veranstaltungen des MGV Birken vielfältig, sei es die Teilnahme an verschiedenen Konzerten, Sängerfesten, musikalische Nachmittage bei Kaffee und Kuchen in Birken oder das traditionelle Sommerfest rund um das örtliche Bürgerhaus; nicht zu vergessen die Herbstfeste und Ausflüge für die zur Zeit über 112 Mitglieder.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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