DGB will sich Zukunftsthemen zuwenden
Neuer Vorsitzender des Kreisverbands

Der neue Vorstand des DGB-Kreisverbands Altenkirchen mit dem Vorsitzenden Axel Karger (hinten, 3. v. r.) und seiner Stellvertreterin Nicole Platzdasch.
  • Der neue Vorstand des DGB-Kreisverbands Altenkirchen mit dem Vorsitzenden Axel Karger (hinten, 3. v. r.) und seiner Stellvertreterin Nicole Platzdasch.
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dach Wissen. Als es mit der Kreiskonferenz losging, beschlich Bernd Becker dann doch ein seltsames Gefühl. Wie berichtet, stellte er sich nach acht Jahren als Vorsitzender des DGB-Kreisverbands Altenkirchen nicht mehr zur Wahl. „Wir haben die Chance, die Generation der 40-Jährigen ganz nach vorne zu kriegen“, sagte der Fensdorfer, der die Geschicke des Kreisverbands acht Jahre lang ehrenamtlich gelenkt hatte.

Zusammenarbeit mit Fridays for Future 

Der „Neue“ musste etwas relativieren: In den Vierzigern sei er gerade noch so eben, sagte Axel Karger. Das spielte für die Anwesenden offenbar keine Rolle: Der 49-Jährige aus Altenkirchen bekam keine einzige Gegenstimme. Vor seiner Wahl hatte er sich den Konferenzteilnehmern vorgestellt: Nach einer „Odyssee an Jobs“ sei er als Quereinsteiger zum Lehrerberuf gekommen. Derzeit ist er unter anderem Pädagogischer Leiter des Kreismedienzentrums – und ergo ein „Abgesandter“ der GEW, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

Es sei ihm ein persönliches Anliegen, so Karger, „nicht gegen etwas, sondern für etwas einzutreten“. Er betonte, dass Chancengleichheit und Teilhabe für ihn „ganz wichtig“ seien. Als eines der großen Handlungsfelder der Zukunft bzw. der Gegenwart hat er die digitale Transformation ausgemacht. Ja, man wolle neue Arbeitsformen ermöglichen. „Aber das Homeoffice soll nicht nur bessere Ausbeutungsmöglichkeiten bieten.“

Auch die sozial-ökologische Transformation gelte es zu begleiten. Gleichzeitig müsse der DGB mit anderen Gruppen zusammenarbeiten, etwa Fridays for Future. „Wir müssen die Jugendlichen da abholen, wo sie sich engagieren.“

Schweigeminute für verstorbene Holocaust-Überlebende

Becker hatte den Abend mit einer Schweigeminute für die am 10. Juli verstorbene Holocaust-Überlebende Esther Bejarano begonnen. Sie war mehrere Male beim DGB-Kreisvorstand zu Gast gewesen. In seinem Tätigkeitsbericht skizzierte Becker die Aktivitäten der vergangenen vier Jahre und schloss mit einer Antwort auf die Frage, wofür man das alles eigentlich mache: Es gehe darum, das Leben der Menschen im AK-Kreis zu verbessern. „Im Kreis Altenkirchen wird immer noch früher gestorben und weniger verdient als im Rest des Landes und in den Nachbarkreisen.“

Der DBG-Kreisverband Altenkirchen vertritt 10.808 Arbeitnehmer, so DGB-Regionsgeschäftsführer Sebastian Hebeisen. Er wies aber auch darauf hin, dass es ein Ungleichgewicht gebe: Nur rund ein Drittel der Mitglieder seien Frauen, Tendenz immerhin steigend. Allerdings sind die Männer bei der Vertretung der Arbeitnehmer deutlich in der Überzahl. Hebeisen: „Da haben wir noch was zu tun.“
Daran hat auch die aktuelle Besetzung des Kreisvorstands nur marginal etwas geändert. Immerhin: Mit Nicole Platzdasch (IG Metall) ist nun eine Frau dabei, die auch gleich zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde. Bernd Becker (GdP) bleibt auf Wunsch von Axel Karger weiterhin im Vorstand. Die weiteren Mitglieder: Ernst Hardt Neuer (IG BAU), Ralf Schumacher und Hermann Müller (EVG), Heribert Blume und Carsten Winkler (GEW), Udo Quarz, Rainer Stockschläder und Detlef Stahl (Verdi) sowie Uwe Wallbrecher und Ralf Weyrich (IG Metall).

Zum Abschluss wurden zwei Resolutionen und ein Antrag beschlossen:
►ein Appell an die Arbeitgeber, die Bildung von Betriebsräten zu fördern;
►ein Appell an die Arbeitgeber, Tarifverträge abzuschließen oder sich einem Branchentarifvertrag anzuschließen;
►ein Antrag, sich beim Land dafür stark zu machen, dass Grundschullehrer dieselbe Einstiegsvergütung wie alle anderen Lehrkräfte erhalten.

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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