SZ

Impfzentrum in Wissen hat Arbeit aufgenommen
Seit 8 Uhr wird geimpft

Am Mittwoch wurden ein letztes Mal die Abläufe einstudiert. Seit Donnerstagmorgen um 8 Uhr werden die ersten über 80-Jährigen im Kuppelsaal in Wissen geimpft. Dr. Peter Enders (im blauen Kittel) ist dann auch wieder mit von der Partie, und zwar nicht als Landrat, sondern als Mediziner.
  • Am Mittwoch wurden ein letztes Mal die Abläufe einstudiert. Seit Donnerstagmorgen um 8 Uhr werden die ersten über 80-Jährigen im Kuppelsaal in Wissen geimpft. Dr. Peter Enders (im blauen Kittel) ist dann auch wieder mit von der Partie, und zwar nicht als Landrat, sondern als Mediziner.
  • Foto: Daniel Montanus
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

damo Wissen. „Wir sind seit dem 28. Dezember auf Standby, haben uns eingerichtet, sind vorbereitet: Jetzt kann es losgehen“, sagt Steffen Nilius. Und damit spricht der stellv. Bereitschaftsleiter des DRK für all seine ehrenamtlichen Kollegen, die im Wissener Impfzentrum ihren Dienst tun: Die Aufbruchstimmung ist zu spüren, sie wollen loslegen. An diesem Donnerstag ist’s so weit.
Die Stimmung am Tag vor dem offiziellen Beginn erinnert ein bisschen an jene Atmosphäre, die vor ein paar Jahren über dem Stegskopf gelegen hat – was kein Zufall ist, denn viele der Akteure waren damals auch dabei, als binnen kürzester Zeit ein verwaistes Militärgelände in eine Flüchtlingsunterkunft verwandelt werden musste.

damo Wissen. „Wir sind seit dem 28. Dezember auf Standby, haben uns eingerichtet, sind vorbereitet: Jetzt kann es losgehen“, sagt Steffen Nilius. Und damit spricht der stellv. Bereitschaftsleiter des DRK für all seine ehrenamtlichen Kollegen, die im Wissener Impfzentrum ihren Dienst tun: Die Aufbruchstimmung ist zu spüren, sie wollen loslegen. An diesem Donnerstag ist’s so weit.
Die Stimmung am Tag vor dem offiziellen Beginn erinnert ein bisschen an jene Atmosphäre, die vor ein paar Jahren über dem Stegskopf gelegen hat – was kein Zufall ist, denn viele der Akteure waren damals auch dabei, als binnen kürzester Zeit ein verwaistes Militärgelände in eine Flüchtlingsunterkunft verwandelt werden musste. Damals wie heute hat das DRK alle Register gezogen, viel Manpower bereitgestellt und eine clevere Logistik ersonnen. Der große Unterschied: Im Herbst 2015 hieß es, auf den ersten Bus mit Asylsuchenden zu warten – heute warten die Ehrenamtler auf den ersten Impfwilligen.

Landrat Enders packt mit an

Der sollte am Donnerstagmorgen um 8 Uhr auf der Matte stehen. Einer der Ärzte, die die Spritze in den Oberarmmuskel setzen, heißt Dr. Peter Enders. „Ich will mir natürlich einen Eindruck verschaffen, wie es läuft“, sagt der Landrat, „und wenn ich schon da bin, kann ich auch arbeiten.“ Er trennt das fein säuberlich: Am Donnerstag und Freitag hat er sich in der Kreisverwaltung Urlaub genommen – im Impfzentrum sitzt er als einer jener Ärzte, die sich im Kampf gegen das Coronavirus einsetzen wollen. Derer gibt es viele: Enders berichtet im Gespräch mit der SZ von rund 70 Medizinern, die im Impfzentrum mitarbeiten wollen.

Entscheidend: Verfügbarkeit des Impfstoffs

Anfangs wird man mit einem kleinen Pool von Ärzten anfangen – aber je nachdem, wie lange das Impfzentrum in Betrieb bleiben wird, werden sicher viele Ärzte zum Einsatz kommen.
Für Donnerstag gibt’s 66 Anmeldungen, am Freitag stehen 62 Termine auf der Liste. „Wir fangen langsam an, später werden es dann mehr“, erklärt Nilius: Auch das DRK muss erst in der Praxis ausloten, wie viel Zeit wirklich für Anamnese, ärztliche Beratung und die eigentliche Impfung benötigt wird. Klar ist aber auch: „Der entscheidende Schlüssel ist die Verfügbarkeit des Impfstoffs.“
Derzeit ist in dem großen Kühlschrank noch reichlich Platz – es sind ein paar Dutzend blaue Ampullen, die dort gelagert werden. Am Freitag wird die nächste Lieferung erwartet: Dann sollen laut Pressestelle des Kreises 975 Dosen in Wissen ankommen.

Zutritt nur mit Termin

Medizinische und hygienische Gebrauchsmaterialien hingegen sind im großen Stil geliefert worden: In einem Lagerraum stapeln sich die Kartons mit Masken und Desinfektionsmaterial bis unter die Decke. Auch die Spritzen und die Kanülen werden so schnell nicht ausgehen: „Wir haben 100.000 Spritzen und 63.000 Kanülen“, überschlagen Nilius und der Impfkoordinator des Kreises, Peter Deipenbrock. Warum er, seines Zeichens Leiter der Kreisordnungsbehörde, das Impfzentrum leitet? Er antwortet lächelnd: „Weil das Gesundheitsamt gerade genug zu tun hat.“
In der Tat, die Nachverfolgung der Infektionsketten hält das Gesundheitsamt nach wie vor auf Trab – und so ist diese Behörde auch nicht zuständig für die Vergabe der Impftermine. Die über 80-Jährigen, die zur ersten Gruppe der Impfberechtigten gehören, müssen sich vor dem Gang ins Impfzentrum einen Termin besorgen – entweder telefonisch unter 08 00 5 75 81 00 oder online auf der Internetseite www.impftermin.rlp.de. Denn nur, wer einen Termin vorweisen kann, wird vom Treppenhaus überhaupt ins eigentliche Impfzentrum im Kuppelsaal durchgelassen. Dass im Eingangsbereich des Gebäudes auch Endstation für all diejenigen ist, die Fieber haben oder andere Covid-19-Symptome zeigen, versteht sich von selbst.

Mobile Impfteams im AK-Land unterwegs

Parallel zu der Arbeit im Impfzentrum sind auch die mobilen Impfteams bereits im AK-Land unterwegs. Sie steuern die Altenheime an. Wie gut das funktioniert, hängt vor allem von der Vorarbeit der Heimleitungen ab: „Heute morgen war ich mit einem Impfteam in Birken-Honigsessen“, berichtet der Landrat, „da lief es richtig perfekt. Da sind an einem Vormittag 90 Bewohner geimpft worden“.
Und das Azurit-Seniorenzentrum in Birken-Honigsessen ist nicht die einzige Adresse, die die mobilen Impfteams bereits angesteuert haben: Auftakt war laut DRK am Dienstag in Mudersbach, am Mittwoch sind auch die Bewohner der Villa Moritz in Wehbach geimpft worden. Am Freitag steht dann das Evangelische Altenzentrum in Kirchen auf der Liste.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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