Selbst Hunde kennen Mobbing

»Wolfswinkel« im Geiste zwischenartlicher Kommunikation

bise Wissen. Wenn die »Gesellschaft für Haustierforschung e.V.« ihre alljährlichen Wolfswinkeler Hundetagen veranstaltet, dann folgen zahlreiche Hundefreunde der Einladung und kommen immer wieder gerne zu diesem Seminar im kath. Jugendheim Wissen. In der Regel dürfen auch die vierbeinigen Begleiter, um die es schließlich geht, mitkommen. So tummelten sich am Wochenende neben den 260 Gästen aus Deutschland, der Schweiz, Belgien, Holland, Frankreich und sogar Kanada auch gleich mehrere Dutzend Hunde. Diese zeigten sich von ihrer besten Seite, sodass absolute Ruhe während der Vorträge herrschte.

Dialog zwischen Mensch und Hund

Das Motto der diesjährigen Tagung, zu der Dr. Frank Wörner die Teilnehmer begrüßte, drehte sich um die »Zwischenartliche Kommunikation: Der Dialog zwischen Mensch und Hund« und beinhaltete eine Reihe hochinteressanter Vorträge von renommierten Referenten, die zum Teil seit vielen Jahren zu den Wolfswinkeler Hundetagen kommen.

Zucht beeinflusst Kommunikation

Bereits am Freitag stimmten Günter Bloch, Sabine Holschbach, Dr. Karin Nicodem und Dipl.-Ingenieur Michael Dudek die Seminarteilnehmer auf das Thema ein. Dr. Dorit Feddersen-Petersen referierte am Samstag über »Verständigungsprobleme bei verschiedenen Hunderassen«. Sie erläuterte, dass Wölfe zum Beispiel über eine ausgeprägtere Mimik verfügen als ihre domestizierten Verwandten. So könne auch ein Mops sich nicht ganz so differenziert mitteilen, wie zum Beispiel ein Schäferhund. Die Zucht, so die Referentin, habe die Kommunikationsformen von Hunden beeinflusst und könne dazu führen, dass sich die Verständigung Angehöriger verschiedener Rassen durchaus schwierig gestalte.

Pudel kommen nicht zurecht

So kämen Pudel in einer Gruppe von Hunden nicht unbedingt zurecht und benötigten daher den Menschen als Sozialpartner. Dr. Feddersen-Petersen kam aber zu dem Schluss, dass die Verständigung in einer gemischten Hundegruppe durchaus funktionieren könne, es aber zu einer Art »Mobbing« käme, wenn nur ein Tier einer anderen Rasse angehöre.

Die »Kommunikation zwischen Mensch und Hund« stand im Mittelpunkt des Vortrages von Juliane Kaminski. Sie erforschte gemeinsam mit anderen, inwiefern Hunde sowie Menschenaffen oder Ziegen auf Hinweise des Menschen ansprechen. In ihren Versuchen fand sie heraus, dass Hunde sehr wohl darauf reagieren, wenn Menschen sie darauf hinweisen, wo Leckereien für sie versteckt sein könnten. Menschenaffen hingegen hätten auf die visuellen Hilfestellungen nicht reagiert. Diese schnitten in den Versuchen besser ab, in denen sie durch das Erkennen von Zusammenhängen zu ihrem Ziel gelangen konnten. Dies beweise, dass der Hund den Menschen als Problemlöser brauche.

In ihrem Vortrag berichtete sie ebenfalls über den durch die Fernsehsendung »Wetten, dass« bekannt gewordenen Hund »Rico«, der mittlerweile 260 Spielzeuge beim Namen kenne und diese nach Aufforderung bringe.

Um auszuschließen, dass das Tier lediglich auf visuelle Hinweise seines Frauchens agiert, unternahm die Forscherin einige Versuche. Diese bewiesen, dass der Border-Collie tatsächlich über die Fähigkeit verfügt, die Spielzeuge am Namen zu erkennen. Juliane Kaminski stellte allerdings klar, dass es sich entgegen Meldungen in der Boulevardpresse nicht um einen »Einstein-Hund« handele, sondern dass »Rico« lediglich der erste Hund sei, dessen Können bekannt geworden war.

Stationsbesichtigung oder Wanderung

Am Samstag konnten die Teilnehmer, denen der eine oder andere Vortrag fast zu kurz war, noch Dr. Adam Miklosi, Dr. Hans Mosser, Werner Freund und Dr. Udo Gansloser zuhören, bevor sich alle Referenten einer Podiumsdiskussion stellten. Am Sonntag stand wie immer die Eberhard-Trumler-Station im Mittelpunkt. Diese konnte unter fachkundiger Führung von Erika Trumler, Michael Neubert und Dirk Roos besichtigt werden. Alternativ führte Dr. Frank G. Wörner eine Hundewanderung in den Wäldern um Wolfswinkel durch.

Neben den hauptsächlich großen Vertretern der anwesenden Vierbeiner fiel die kleine Foxterrier-Dame »Frieda« besonders ins Auge. Der 16 Wochen alte Hund war bei Silke Storz abgegeben worden, da sich die Besitzer – wie so häufig – nicht klar gemacht hatten, was es bedeutet, einen Welpen aufzunehmen. »Frieda« sucht nun ein neues Zuhause, und Silke Storz würde sich über verantwortungsbewusste Interessenten sehr freuen. Sie kann unter der Nummer (07253) 982752 erreicht werden.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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