Statt Autobahn eher Umgehung von Freudenberg forcieren

Bürgerinitiative informierte im Bürgerhaus Birken

rai Birken. »Dem Fortschritt Autobahn steht auch ein hoher Verlust an Lebensqualität gegenüber«, sagte Hansjörg Beck bei einer weiteren Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative (BI) »Keine Westerwaldautobahn«. Diese hatte ins Bürgerhaus in Birken geladen - und wieder konnte Egbert Bialk vor einem vollen Haus über das derzeit bisweilen hitzig diskutierte Großprojekt informieren. Und bei der anschließenden Diskussionsrunde äußerte sich keiner der etwa 120 Besucher positiv zu dem Vorhaben, das Kirchens Forstamtsleiter Mario Schneiderhöhn einen »Missbrauch unserer Heimat für eine Transitachse« nannte.

Er sei »recht empört über das Projekt«, sagte Beck: »Ich bin aus früherer Zeit in meiner Heimat von einer Autobahn geschädigt.« Das sei für ihn Motivation, sich in der BI zu engagieren. Und die Zahl an Menschen, die sich gegen das Projekt wenden, nimmt ständig zu, was Bialk mit den steigenden Mitgliederzahlen belegte. Anhand der höchsten Autobahnbrücke in Deutschland, der 185 Meter hohen Kochertalbrücke, verdeutlichte er, welche gigantischen Brücken erforderlich würden - und auf einer Folie mit dem Bild der Kochertalbrücke war zu lesen: »Sieht so bald das neue Bauckhage-Monument in Büdenholz aus?«

Erklärung von Beck gefordert

Die Landschaft an sich stelle einen Wert dar, »das kann man so nicht ausgleichen«, sagte der Referent, der auch an den »Wertverlust von Eigenheimen« erinnerte: »Wir machen weiter, bis das unsinnige Projekt wirklich gekippt ist.« Er beklagte auch, dass die BI bislang keine Antwort vom Ministerpräsidenten Kurt Beck erhalten habe. In einem weiteren Schreiben an Beck fordert die BI nun den Ministerpräsidenten auf, die Bevölkerung zu informieren, alle Planspiele zu beenden und das Vorhaben aus dem Bundesverkehrswegeplan heraus zu nehmen, denn: »Örtliche Dinge dürfen nicht hinten runter fallen.«

Auch aus der Versammlung heraus wurde befürchtet, dass nach einem milliardenschweren Autobahnbau weitere Straßenbauprojekte zur Entlastung der Region nicht mehr verwirklicht würden. »Die Verkehrsprobleme können nicht mit der WW-Autobahn gelöst werden«: Diese Aussage Schneiderhöhns quittierte die Versammlung mit starkem Applaus. Aus dem Auditorium meldete sich auch CDU-Kommunalpoltiker Gundolf Schupp zu Wort, der große Verkehrsprobleme auf die Gemeinde Mudersbach zukommen sieht. Heute würden bereits täglich 12000 Fahrzeuge den Ort durchfahren. Drastisch zunehmen werde das Verkehrsaufkommen, wenn der Siegkreisel in Betzdorf und die HTS bis Niederschelderhütte fertig gestellt sei. Deshalb sei eine Zweiteilung des Verkehrs wichtig, forderte Schupp und fragte, wie der BUND zur Umgehung Freudenberg stehe.

Auch der Kuhlenberg sei eine »einmalige Landschaft« und eine wichtige Vernetzung für den Giebelwald, sagte BUND-Vertreter Wolfgang Stock: »Sie können nicht allen Menschen eine Umgehung ermöglichen.« »Wenn das nicht kommt, dann ersticken wir in Mudersbach im Verkehr«, meinte Karl-Heinz Haepp, der von »mehr oder weniger kurzsichtiger Denkweise in Freudenberg« sprach. Im Oberkreis sei es wichtig, dass drei Probleme gelöst würden, forderte er. Er nannte die HTS-Problematik, die Anbindung der L288 an die A45 und die Verkehrssituation in Betzdorf, aber: »Eine Autobahn wird uns absolut nichts bringen.« Der Kuhlenberg sei »das kleinere Übel, anstatt zehn Kilometer Autobahn durch den Giebelwald«, unterstützte ein Teilnehmer aus Oberschelden die Forderung nach einer Umgehung für Freudenberg.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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