Flüchtiger kehrt doch noch mal zurück
52-Jähriger fährt gegen Leitplanke

Ein 52-jähriger Mann muss eine Geldstrafe von 750 Euro zahlen, weil er vom Unfallort geflüchtet ist.
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  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Holger Weber (Redakteur)

howe Bad Berleburg. Die klassische Unfallflucht wäre anders gewesen: Rückwärts aus der Parklücke raus, gegen einen anderen Wagen gedonnert, abgehauen – und Schaden am fremden Auto hinterlassen. Am Freitag sah die Sache etwas anders aus. Ein 52-jähriger Bad Laaspher kam an einem Nachmittag im Januar vorigen Jahres von der Fahrbahn ab, weil die Bremse blockierte.
Er donnerte mit seinem Wagen in die Leitplanke und verursache einen Fremdschaden von rund 1800 Euro. Laut Anklage entfernte er sich anschließend vom Unfallort, das präzisierte Verteidiger Ralph Giebeler (Hagen) aber im Namen seines Mandanten wie folgt: „Vom Grundsatz her ist das alles richtig.“ Sein Mandant sei „in die Planke rein“. Weil niemand vor Ort gewesen sei, sei er erst einmal nach Haus gefahren. Mit einem anderen Fahrzeug habe er den Unfallort nochmal aufgesucht und erste „Sachen eingesammelt“. Darauf sei er wieder nach Hause gefahren, später aber erneut zur Unfallstelle gefahren. Diesmal habe die Polizei dort gestanden. „Er ist sofort hin, hat seine Personalien angegeben und die Sache zugegeben.“ Der 52-Jährige fügte hinzu: „Das war eine reine Panikattacke, die ich hatte.“ Warum Ralph Giebeler in dem Strafbefehlsverfahren überhaupt Einspruch eingelegt hatte und es deshalb erst zur Gerichtsverhandlung am Freitag kam, gab er unumwunden zu: „Uns geht es ums Fahrverbot.“
Per Strafebefehl hatte man dem 52-Jährigen nach dem Unfall neben der Geldstrafe auch eine siebenmonatige Führerscheinsperre auferlegt. Das wiederum hätte den Angeklagten gewaltig in die Bredouille gebracht, weil er erst einen Busführerschein absolviert hatte. Insofern bat Ralph Giebeler darum, die Verhandlung möglichst so zu beenden, dass sein Mandant den Führerschein auch behalten kann. „Die klassische Unfallflucht ist das ja nicht. Auch ist die Sicherstellung der zivilrechtlichen Ansprüche nicht gefährdet gewesen“, so der Rechtsanwalt.
Sein Mandant habe den Unfallort wieder aufgesucht und als er die Polizeibeamten gesehen habe, sei er sofort zu denen hingegangen. Judith Hippenstiel hatte ein Einsehen: „Es bedarf nicht zwingend einer Entziehung der Fahrerlaubnis.“ Mit „ganz viel Wohlwollen“ beantrage sie, den Führerschein für vier Monate auf Eis zu legen. Weil der 52-Jährige nun schon seit fast drei Monaten auf seinen Führerschein verzichtet, bleibt ihm jetzt nur noch ein Monat bis zur Wiedererlangung.
Wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort verurteilte Richter Torsten Hoffmann den Angeklagten dennoch zu einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je 25 Euro, außerdem im Rahmen der Ordnungswidrigkeit zu einer Geldbuße von
35 Euro wegen des Unfalls.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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