Vater legt Geständnis vor Gericht ab
Beischlaf mit der eigenen Tochter vollzogen

Im Bad Berleburger Amtsgericht wurde am Dienstag ein 45-jähriger Wittgensteiner zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er vor zwei Jahren mit seiner eigenen, damals 19-jährigen Tochter, den Beischlaf vollzogen hatte.
  • Im Bad Berleburger Amtsgericht wurde am Dienstag ein 45-jähriger Wittgensteiner zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er vor zwei Jahren mit seiner eigenen, damals 19-jährigen Tochter, den Beischlaf vollzogen hatte.
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Holger Weber (Redakteur)

howe Bad Berleburg. Einen durchaus ungewöhnlichen Fall verhandelte am Dienstag das Bad Berleburger Amtsgericht. Denn der §173 Strafgesetzbuch kommt nur äußerst selten zur Anwendung. Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel klagte einen 45-jährigen Wittgensteiner an, in 2017 zweimal mit der eigenen, damals 19 Jahre alten Tochter den "vaginalen Beischlaf" vollzogen zu haben - zwar einvernehmlich, dennoch per Gesetz strafbar. Überdies, so die Anklage der Vertreterin der Staatsanwaltschaft, soll der Mann 14 Dateien mit unter 14 Jahre alten, teils unbekleideten Mädchen sowie 17 PC-Dateien mit 14- bis 18-jährigen Mädchen und Frauen besessen haben, die sich "in aufreizender Weise" und im Geschlechtsverkehr mit erwachsenen Männern präsentiert hätten, so der Wortlaut.

Verteidiger Norbert Hartmann ging bereits vor der Verhandlung auf die schreibende Zunft zu mit der Bitte, mit den sensiblen, persönlichen Daten des Angeklagten, die er gleich in voller Länge vorlesen wolle, sehr behutsam umzugehen. In der Tat verlas der Rechtsanwalt ein siebenseitiges Schriftstück, aus dem die durchaus schwierigen Lebensumstände des Familienvaters hervorgehen sollten. Die Tochter aus erster Ehe habe er über viele Jahre aus den Augen verloren, irgendwann habe sie sich bei ihm gemeldet und von ihrem eigenen Schicksal berichtet. Das Gericht bekam während der Verhandlung die komplette Palette des Vaters geboten: Kündigung auf der Arbeit, Trennung von der  Partnerin, Verlustängste, Selbstmordgedanken, Depressionen.

Auch der Lebenslauf der Tochter las sich übel. Sie soll unter erheblichen psychischen Störungen gelitten haben, letztlich soll sie auch einen gewissen Druck auf den Vater ausgeübt haben, um den Beischlaf mit ihr zu vollziehen. Was die Videos und Filme auf dem Computer anbetrifft, so "weiß ich nicht, was ich alles auf dem PC hatte", so der 45-Jährige. "Es mag sein, dass ich Filme hatte, die habe ich aber nie angeschaut." Den Beischlaf mit der Tochter gestehe er ein. "Ich bedaure das sehr, dass es passiert ist." Bei dem einen Mal, verriet der Angeklagte, sei auch ein Video entstanden. Judith Hippenstiel wollte die Einlassung des Beschuldigten so nicht stehen lassen. "Über sieben Seiten hat ihr Anwalt die Lebensumstände aufgeführt und Sie schieben allen anderen die Schuld in die Schuhe", ärgerte sich die Vertreterin der Staatsanwaltschaft.

Norbert Hartmann schritt ein: "Es war der Versuch, zu erklären, wie es dazu kommen konnte. Es ging um das Schildern von Begleitumständen, nicht um ein Abweisen der Schuld." Judith Hippenstiel  forderte eine fünfmonatige Bewährungsstrafe und eine Geldauflage von 1500 Euro. Richter Torsten Hoffmann verurteilte den 45-Jährigen schließlich zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 35 Euro.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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