Impfungen und Schnelltests
Corona-Pandemie: Feuerwehr will einsatzbereit bleiben

Damit die Feuerwehrmänner in ihrem Ehrenamt einsatzfähig bleiben, fordern auch einheimische  Feuerwehr-Chefs die möglichst schnelle Impfung für die Einsatzkräfte.
  • Damit die Feuerwehrmänner in ihrem Ehrenamt einsatzfähig bleiben, fordern auch einheimische Feuerwehr-Chefs die möglichst schnelle Impfung für die Einsatzkräfte.
  • Foto: SZ-Archiv
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

vc Wittgenstein. Den Führungskräften der Wittgensteiner Feuerwehren liegen die Impfungen der aktiven Feuerwehreinheiten seit Monaten am Herzen. Impfungen oder erst Übungen unter Verwendung von Schnelltests? Bei der Feuerwehr im Altkreis sprechen die Verantwortlichen nun über beide Alternativen. Karl-Friedrich Müller, Wehrführer in Erndtebrück, schließt sich der Forderung des Feuerwehrverbandes NRW an (die SZ berichtete), die Freiwilligen Feuerwehren in NRW schnellstmöglich zu impfen.

Feuerwehrleute wünschen sich Corona-Impfung

„Im Kern geht es mir um die Kameradinnen und Kameraden, die vorne stehen. Eben jene, die die Leute aus den Autos rausschneiden, aus den Häusern holen oder diejenigen an der Trage. Man weiß nie, wer bei einem Unfall oder Einsatz involviert und krank ist“, betont Karl-Friedrich Müller. Er habe die Führung und wolle keine ganzen Mannschaften an die Quarantäne verlieren. „Wir müssen uns die Spezialisten erhalten“, betont der Erndtebrücker. Es gebe nur eine begrenzte Anzahl an Atemschutzträgern, Maschinisten und anderen hochspezialisierten Kameradinnen und Kameraden.

Feuerwehr möchte sich bei Corona-Impfung nicht vordrängeln

„Es geht hier nicht darum, sich vorzudrängeln oder jemanden beiseite zu stoßen. Es geht hier auch um das Ehrenamt, das ja bei jeder Jahresdienstversammlung so gelobt wird“, unterstreicht der Leiter der Feuerwehr im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Er hoffe darauf, dass die Parteien im Rat die Thematik an ihre Landesverbände weitergäben und dass Landtagsabgeordnete, die um die Problematik wüssten, sich für die Feuerwehr einsetzten. In Erndtebrück selbst sei er in engem Kontakt zur Verwaltung. „Wir haben ja die Möglichkeit, wieder mit dem Dienst anzufangen – mit Tests. Das Testen muss ja am gleichen Tag geschehen. Wir müssten um 16 Uhr beginnen, um dann abends Dienst leisten zu können.“ Unterstützung kommt auch aus der Verwaltung. „Unsere Feuerwehren sind im Einsatzfall immer für uns da und begeben sich für uns alle in Gefahr. Deshalb halte ich es für wichtig, dass unsere Einsatzkräfte in diesen Einsätzen bestmöglich geschützt sind“, betont Bürgermeister Henning Gronau.
Wehrführer Dirk Höbener aus Bad Laasphe äußert sich klar: „Wenn wir die Wahl haben, sollten wir die beste Möglichkeit nehmen. Zu testen ist mit Sicherheit nicht verkehrt. Es ist halt sehr umständlich und bedeutet einen hohen logistischen Aufwand.“

Lieber wäre ihm, dass man auch im Kreis dazu übergehe, die Feuerwehr zu impfen, zumal die Rettungskräfte des DRK und der Malteser ja bereits geimpft seien. „Was im Rhein-Sieg-Kreis, der Stadt Köln, in Recklinghausen und noch in vielen anderen Kreisen möglich ist, sollte dann auch für Siegen-Wittgenstein das Sinnvollste sein.“ Der Brandinspektor betont: „Das ist die entspannteste Lösung für den Dienstbeginn. Wir wollen keinen anderen Berufsgruppen die Priorität absprechen. Wir wollen aber, dass man unsere Arbeit anerkennt. Schließlich ist die Feuerwehr ein wichtiger Baustein in der Sicherheitsarchitektur der Städte und Gemeinden.“

Übungen mit Schnelltests werden skeptisch gesehen

„Wir sind froh, dass da Bewegung in die Sache kommt. Wir waren mal in der Priorität weiter vorne. Nun sind wir auf Priorität 3. Das macht uns Sorgen“, berichtet der Bad Berleburger Wehrführer Klaus Langenberg. Man sei froh, wenn sich da etwas täte, was der Feuerwehr in die Karten spielen würde. Übungen mit Schnelltests zu ermöglichen – davon sieht die Freiwillige Feuerwehr in Bad Berleburg aktuell ab. „Wir sind dabei, unser bestehendes Hygienekonzept mit Tests zu verknüpfen. Grundsätzlich will ich aber erst mit den Einheitsführern auf Zug-Ebene sprechen. Wenn da Zustimmung herrscht, besteht die Möglichkeit, dass wir loslegen. Wir müssen aber abwägen, ob man das jetzt schon macht oder ob wir nicht mit impfen schneller ans Ziel kommen“, erläutert der Bad Berleburger Feuerwehr-Chef.
Nach SZ-Informationen gab es bereits seitens des Kreisfeuerwehrverbandes eine Anfrage an den Kreis, das Impfen der Freiwilligen Feuerwehr zu forcieren.

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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