Portal "nebenan.de" im Pandemie-Modus
Corona stört die gute Nachbarschaft

Logisch: Wenn sich die Welt im Lockdown befindet, sind auch keine Dorfgemeinschaften und Vereine aktiv. Deshalb ruht der Betrieb im Portal „nebenan.de“ aktuell etwas.
  • Logisch: Wenn sich die Welt im Lockdown befindet, sind auch keine Dorfgemeinschaften und Vereine aktiv. Deshalb ruht der Betrieb im Portal „nebenan.de“ aktuell etwas.
  • Foto: Portal
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

howe Wittgenstein. 849 Haushalte haben sich bei „nebenan.de“ eingeloggt und registriert. Das Fazit von Projektleiterin Dana Kurz fällt für die „Digitale Dorf.Mitte“ positiv aus – wenngleich aktuell in den teilnehmenden Dörfern Raumland, Arfeld und Puderbach sowie Niederlaasphe, Richstein und Dotzlar nicht so viel passiert. Logisch: Es ist Lockdown. „In den Vereinen geschieht nichts, die Dorfgemeinschaftshäuser sind zu“, sagt Dana Kurz. Das wirke sich natürlich auf so ein Portal aus. Denn über was soll man schon berichten, was soll bloß angekündigt oder gemeldet werden? Ziel des Projekts ist ja bekanntlich, die Dorfgemeinschaften zu unterstützen und das Ehrenamt zu entlasten – und zwar mit Hilfe einer digitalen Austausch- und Kommunikationsplattform. So richtig gibt es eben aktuell nichts, über das man sich austauschen könnte.

Auch ohne Portal funktionier das Miteinander in den Dörfern

„Die Kontakte sind total heruntergefahren.“ Und dennoch ist das Projekt durchaus erfolgreich. Wenn man sieht, dass man sich im ländlichen Bereich bewegt, wo vieles über Nachbars Gartenzaun besprochen und geregelt wird. Das weiß auch Projektleiterin Dana Kurz, dass vieles in den Dörfern funktioniert, und zwar ohne die Plattform. „Das ist natürlich auch eine Erkenntnis unserer Arbeit“, so Dana Kurz. Wobei das Portal im Herbst vergangenen Jahres – auch da grassierte bekanntlich Corona – deutlich erfreuliche Zahlen nachweisen konnte. „Je mehr Leute auf so einer Plattform angemeldet sind, umso besser läuft es“, sagt Dana Kurz im SZ-Gespräch. „Die Zahlen sind total hoch.“ Das sieht man natürlich an den Aktivitäten – wobei die Projektleiterin noch einmal darauf aufmerksam macht, dass ein bloßer Aufruf der Projektseite „nebenan.de“ und das Eingeben der Postleitzahl noch lange nicht die Aktivitäten widerspiegelt.

Nach Corona soll "nebenan.de" wieder besser laufen

Zu sehen sind zunächst einmal die wenigen öffentlichen Beiträge. Erst, wer die Zugangsdaten besitzt und sich in den jeweiligen Dörfern einloggt, der kann aus dem Vollen schöpfen. Es muss also unterschieden werden zwischen denjenigen Beiträgen, die öffentlich einsehbar sind und solchen, die nur für die Dörfer gedacht sind. „Ich würde mir wünschen, dass sich noch mehr Leute auf der Plattform bewegen“, hofft Dana Kurz. Dafür freilich muss sich die Corona-Lage mal entspannen, wovon man aktuell leider recht weit entfernt ist. Geht aber alles wieder ein bisschen seinen Gang und wird den Vereinen und Organisationen wieder etwas mehr Leben eingehaucht, dürften sich die Menschen auch wieder auf „nebenan.de“ tummeln. Dafür braucht es dann sicher den ein oder anderen „Eisbrecher“, der mal wieder den Einstieg schafft und andere Nutzer mitnimmt.

"Super Werkzeug zur Kommunikation"

Die Voraussetzungen sind hervorragend. Denn die 849 Haushalte in den genannten Ortschaften sprechen für sich. In einzelnen Bereichen sind sogar Reichweiten von 50 Prozent erzielt worden – vergleichbar mit Städten. Gut möglich, dass sich das Portal sogar – eben wegen Corona – im Netz der digitalen Formate noch weiterentwickelt. Denn, wie formuliert es zuletzt Dana Kurz: „Die Dörfer merken, dass es sich um ein super Werkzeug zur Kommunikation handelt.“ Die Palette der Möglichkeiten kann nicht breit genug sein. Innerhalb der Ortschaften verfügen die Bürger über zahlreiche Möglichkeiten, sich zu informieren oder Informationen preiszugeben, die das Dorfleben ergänzen. Das beginnt bei der Suche nach der verschwundenen Katze über das Verkaufs-Angebot von Möbeln. Der CVJM lädt zum Gebetsfrühstück digital ein, die Kirchengemeinde zum Live-Stream-Gottesdienst. Vereine bieten spannende Vortragsveranstaltungen oder ein Bürger sucht jemanden, der ihm den alten Radioempfänger repariert.
Ein Neubürger, gerade zugezogen, will wissen, wo es im Raum Bad Berleburg die beste Pizza gibt. Der Garagenflohmarkt wäre ein Ausflugsziel und einer weiß, wo man am besten frisches Wildfleisch bekommt. Reifen wechseln für die Nachbarschaft? Auch solche Aktionen werden bei „nebenan.de“ angeboten.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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