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Zum Tag des Waldes
Die Wege sind so kaputt wie nach Kyrill

Durch die massiven Forstarbeiten – hier nahe Zinse – haben auch die Waldwege stark gelitten. Auch ihre Instandsetzung wird eine immense Herausforderung.
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  • Durch die massiven Forstarbeiten – hier nahe Zinse – haben auch die Waldwege stark gelitten. Auch ihre Instandsetzung wird eine immense Herausforderung.
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bw Wittgenstein. Das Bild Wittgensteins verändert sich radikal. Großflächig werden Waldgebiete abgeholzt, zahlreiche Hänge sind bereits kahl. Die Dürrejahre und der Borkenkäfer haben dem Forst zugesetzt. Deshalb äußerte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser zum Internationalen Tag des Waldes am 21. März ihre Hoffnung, „dass 2021 zu einem Jahr der Wiederaufforstung und Erholung unserer Wälder wird“. Das Land NRW will die Entwicklung vielfältiger und klimastabiler Mischwälder mit finanziellen und fachlichen Hilfen unterstützen.
Die Waldwege leiden massiv unter den Forstarbeiten
Das ist freilich nur die eine Seite.

bw Wittgenstein. Das Bild Wittgensteins verändert sich radikal. Großflächig werden Waldgebiete abgeholzt, zahlreiche Hänge sind bereits kahl. Die Dürrejahre und der Borkenkäfer haben dem Forst zugesetzt. Deshalb äußerte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser zum Internationalen Tag des Waldes am 21. März ihre Hoffnung, „dass 2021 zu einem Jahr der Wiederaufforstung und Erholung unserer Wälder wird“. Das Land NRW will die Entwicklung vielfältiger und klimastabiler Mischwälder mit finanziellen und fachlichen Hilfen unterstützen.

Die Waldwege leiden massiv unter den Forstarbeiten

Das ist freilich nur die eine Seite. Wer in diesen Tagen mit dem Mountainbike oder zu Fuß im Wald unterwegs ist, der erkennt schnell die andere: Die massiven Forstarbeiten der jüngsten Zeit und der Abtransport der Stämme sorgen für ganz erhebliche Schäden an zahlreichen Waldwegen. So kommen auf die Waldbesitzer nicht nur die Kosten der Wiederaufforstung zu, sondern eben in vielen Fällen auch der Wiederaufbau der Waldwege, die freilich auch von der breiten Öffentlichkeit genutzt werden.

Durch die massiven Forstarbeiten – hier nahe Zinse – haben auch die Waldwege stark gelitten. Auch ihre Instandsetzung wird eine immense Herausforderung.
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„Dieses Jahr wird da nicht viel passieren“, glaubt Manfred Gertz, Leiter des Regionalforstamts Siegen-Wittgenstein. Vielerorts stehen noch weitere Forstarbeiten an – vor deren Abschluss die Wege zu sanieren, sei wenig sinnvoll. Wanderer und Mountainbiker könnten den Wald weiterhin auf eigene Gefahr betreten, sie müssten allerdings mit dem schlechten Zustand mancher Wege für längere Zeit leben. Der Landesbetrieb Wald und Holz könne letztlich auch nur die Waldbesitzer beraten, es gebe auch Fördergelder für Wegebau, verrät Manfred Gertz. Aber das Holz muss zunächst aus dem Wald. Und danach dürften die bisherigen Mittel kaum reichen.

Für die Instandsetzung der Waldwege ist kein Geld da

Für den Chef des Regionalsforstamts ist indes eines klar: „Die Waldbesitzer haben selbst ein Interesse daran, die Wege wieder instand zu setzen.“ Problem sei jedoch, dass sie für ihr Holz nicht viel bekommen hätten: Der Erlös übersteigt die Kosten für die Aufarbeitung nicht so sehr, um damit Wiederaufforstung und auch noch Wegebau bezahlen zu können. Manfred Gertz ist freilich durchaus optimistisch, dass es bei vielen Waldwegen reichen könnte, sie einmal abzuziehen. Die Forstarbeiten seien ja auch bei schlechter Witterung gelaufen – entsprechend sehen die Wege nun aus.

Wie schwer die Waldwege in Mitleidenschaft gezogen sind, bestätigt auch Johannes Röhl. „Wir haben alleine bei uns mit circa 600 Kilometer Waldwegen im Berleburger Gemeindegebiet sicherlich Wegeschäden mindestens wie nach Kyrill“, erklärt der Direktor der Wittgenstein-Berleburg‘schen Rentkammer. Nach dem Jahrhundertsturm hatte der Betrieb einen hohen Wegesanierungsbedarf und Ausgaben in einer Höhe von rund 4 Millionen Euro. Damals habe es ein sehr gutes Programm des Landes gegeben, über das 70 Prozent der Nettokosten gefördert wurden. Johannes Röhl hofft daher „sehr, dass das Land die Wiederherstellung dieser Lebensadern unserer Forstwirtschaft auch diesmal wieder fördern wird. Allerdings ist für uns da noch nichts Konkretes erkennbar.“

"Pakt für das Wandern" als Idee

Die Berleburger Rentkammer stellt ihre Waldwege im Augenblick so wieder her, „wenn und wie wir es für unseren Betrieb brauchen, das heißt, dass die Wege mit geländegängigen Fahrzeugen befahren und schwerem Schuhwerk begangen werden können“. Für jede weitergehende Instandsetzung sei die Rentkammer offen: „Wenn diese von Interessierten bezahlt wird. Wir sind als privater Forstbetrieb zwar ,Spielfläche‘ für jede Art der touristischen Nutzung, bisher aber in keiner Weise an der touristischen Wertschöpfung beteiligt“, so Johannes Röhl. Daran müsse sich in Zukunft etwas ändern, „weil wir wegen der ökonomischen Waldkatastrophe die sonstigen gesellschaftlichen Leistungen nicht mehr aus dem Holzverkauf quersubventionieren können“. Der Forstdirektor regt einen „Pakt für das Wandern“ mit partizipativen Modellen für die Waldeigentümer an. „Ich bin da guter Hoffnung, da wir in Bad Berleburg eine sehr guten Draht zur Tourismus GmbH und zur Stadt haben, die beide unsere Situation erkannt haben“, so Johannes Röhl.

Durch die massiven Forstarbeiten – hier nahe Zinse – haben auch die Waldwege stark gelitten. Auch ihre Instandsetzung wird eine immense Herausforderung.
Durch die massiven Forstarbeiten – hier nahe Zinse – haben auch die Waldwege stark gelitten. Auch ihre Instandsetzung wird eine immense Herausforderung.
Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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