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Autoverkauf trotz Corona
Händler haben alternative Möglichkeiten

Die Zulassung von Kraftfahrzeugen kann derzeit nicht bei der Kreisverwaltung in Bad Berleburg (Foto) stattfinden. Für die Dienstleistung müssen Autohändler nach Siegen ausweichen.
  • Die Zulassung von Kraftfahrzeugen kann derzeit nicht bei der Kreisverwaltung in Bad Berleburg (Foto) stattfinden. Für die Dienstleistung müssen Autohändler nach Siegen ausweichen.
  • Foto: Martin Völkel
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ako Wittgenstein. Viele Kunden nutzen normalerweise gerade rund um Ostern die Zeit, sich in Autohäusern umzuschauen und beraten zu lassen, auch um ein neues oder gebrauchtes Fahrzeug zu kaufen. Doch aufgrund der Corona-Pandemie ist alles anders: Die Autohäuser sind wegen der Verordnungen – abgesehen natürlich vom Werkstattbetrieb – bereits seit einigen Wochen geschlossen. Der Verkauf vor Ort ist nicht möglich. Wer jetzt trotzdem einen Pkw anschaffen möchte, kann dies tun – allerdings auf alternativem Wege.

„Wir verkaufen ganz normal Autos – über telefonische Beratung und den E-Mail-Verkehr“, erklärte Maik Krüger, Geschäftsführer vom gleichnamigen Autohaus in Schameder, gegenüber der SZ.

ako Wittgenstein. Viele Kunden nutzen normalerweise gerade rund um Ostern die Zeit, sich in Autohäusern umzuschauen und beraten zu lassen, auch um ein neues oder gebrauchtes Fahrzeug zu kaufen. Doch aufgrund der Corona-Pandemie ist alles anders: Die Autohäuser sind wegen der Verordnungen – abgesehen natürlich vom Werkstattbetrieb – bereits seit einigen Wochen geschlossen. Der Verkauf vor Ort ist nicht möglich. Wer jetzt trotzdem einen Pkw anschaffen möchte, kann dies tun – allerdings auf alternativem Wege.

„Wir verkaufen ganz normal Autos – über telefonische Beratung und den E-Mail-Verkehr“, erklärte Maik Krüger, Geschäftsführer vom gleichnamigen Autohaus in Schameder, gegenüber der SZ. „Wir dürfen nur keine physische Beratung vor Ort mehr durchführen, aber der Verkauf ist trotzdem weiter möglich.“ Während der schriftliche Teil, also die Vertragsabwicklung, beim Ford-Händler per E-Mail geregelt werde, könnten per Telefon auch Probefahrten vereinbart werden: „Die Schlüsselübergabe erfolgt kontaktlos, Details werden vorab geklärt“, sagte Maik Krüger. Auch bereits bestellte Neuwagen werden laut dem Geschäftsführer weiterhin ausgeliefert. Die Zulassung der Autos erfolge nicht in Bad Berlebrug, sondern „nach Voranmeldung in Siegen“, betonte Maik Krüger.

Im Gegensatz zu Nachbarkreisen gebe es in Siegen-Wittgenstein auch in Corona-Zeiten bei der Zulassung von Kraftfahrzeugen keine Probleme (die SZ berichtete). Allerdings wurden in der Kfz-Zulassungsstelle Siegen aufgrund von Schutzmaßnahmen Änderungen getroffen, was laut Torsten Manges, Pressesprecher für den Kreis Siegen-Wittgenstein, zu Einschränkungen führt. Zwar sei das „ganze Haus“ in Siegen geschlossen, dennoch könne jeder weiterhin alle Dienstgeschäfte erledigen, aber nur nach vorheriger Anmeldung und mit einem persönlichen Termin. Das gelte für alle Ämter, betonte Torsten Manges.

„Der Hintergrund des Ganzen war: Die Mobilität auch unter den Bedingungen der Corona-Pandemie zu erhalten“, so der Pressesprecher. Vom 1. April bis zum 14. April wurden insgesamt 683 Pkw zugelassen. Das sind deutlich weniger als im selben Zeitraum des vergangenen Jahres (insgesamt 1814 Pkw-Zulassungen). „Bei den Zahlen ist alles drin: Reimporte, Neuwagen, Gebrauchtwagen, Umschreibungen oder auch Tageszulassungen von Händlern“, betonte Torsten Manges.

Ob allein die Corona-Pandemie für den Rückgang an Pkw-Zulassungen ausschlaggebend ist, bleibt unklar. Möglich sei, dass sich die „Verknappung“, also die Schließung der Zulassungsstelle in Bad Berleburg und die notwendige Anmeldung als Voraussetzung für einen persönlichen Termin in Siegen sowie die Osterfeiertage, die – anders als 2019 – dieses Jahr in den genannten Zeitraum fallen, auf die Zahlen auswirke. „Das ist aber rein spekulativ. Dennoch kann nicht jeder wie üblich kommen und gehen. Die persönliche Anmeldung wird für die Terminvergabe gebraucht“, sagte Torsten Manges.

Obwohl der Verkauf und die Zulassung von Fahrzeugen auch in Corona-Zeiten möglich ist, befinden sich die Autohändler in einer schwierigen Phase. Normalerweise ist der April einer der umsatzstärksten Monate des Jahres, weil die Hersteller neue Modelle auf den Markt bringen und viele Autohäuser Aktionstage veranstalten. Doch danach „sieht es nicht aus“, betonte Maik Krüger: „Wir vernehmen eine sehr große Zurückhaltung. Die meisten kaufen kein Auto, auch weil viele glauben, dass der Verkauf nicht möglich ist.“

Ähnlich sieht es auch beim Autohaus Gesper in Feudingen aus. Sven Gesper, der Inhaber des Mitsubishi-Händlers, darf seine Autos laut einer Mitteilung des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe – die ihm vorliege – weiterhin verkaufen. Sein Autohaus müsse zwar geschlossen bleiben, der Online-Verkauf oder eine Telefonberatung sei aber erlaubt. In der Praxis verzichtet Sven Gesper derzeit jedoch darauf, aber mit Ausnahmen: „Wenn jetzt jemand unbedingt ein Auto kaufen möchte, dann finden wir erlaubte Mittel und Wege“, betonte der Inhaber. In Absprache mit einigen Kunden werde auch auf die Auslieferung von Neuwagen verzichtet: „Ich habe hier mehrere Autos stehen, aber ich bin mit den Kunden erstmal so verblieben.“

Laut Gesper will im Moment ohnehin kaum jemand ein Auto kaufen: „Verkaufstechnisch ist es viel ruhiger als normalerweise zu dieser Zeit.“ Der Inhaber geht aber davon aus, dass das „normale“ Verkaufsgeschäft im Autohaus ab nächster Woche wieder möglich sei. Weil die Beratung zu einzelnen Kunden vor Ort auch unter den vorgegebenen Schutzmaßnahmen möglich ist, sieht Gesper im „Verkauf auch kein Problem“. Anders sehe es bei der Auslieferung aus: „Das wird ein Problem bleiben. Man muss ja neben dem Kunden im Auto sitzen, vor allem Neuwagen haben viel Technik und Elektronik, die man erklären muss. Versuchen Sie mal einem Kunden am Telefon zu sagen, wie ein Navigationssystem funktioniert.“

Autor:

Alexander Kollek

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