SZ

Warnstreik bei Ejot
IG Metall will keine weitere Nullrunde zulassen

Am Freitag endete die Frühschicht bei Ejot um 11.30 Uhr. Grund war ein Warnstreik der IG Metall.
  • Am Freitag endete die Frühschicht bei Ejot um 11.30 Uhr. Grund war ein Warnstreik der IG Metall.
  • Foto: Christian Völkel
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

vc Bad Berleburg/Bad Laasphe. Trillerpfeifen, Menschenmassen und kämpferische Reden suchte man Freitagmittag in Bad Berleburg und Bad Laasphe vergebens. Die IG Metall Siegen hatte zum Warnstreik bei Ejot, Mitglied im Verband der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen, aufgerufen. Zwei Stunden vor Schichtende verließen viele Beschäftigte die Werke. „Es läuft besser als gedacht,“ betonte Andree Jorgella, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Siegen im Gespräch mit der SZ.

Ejot-Beschäftige

vc Bad Berleburg/Bad Laasphe. Trillerpfeifen, Menschenmassen und kämpferische Reden suchte man Freitagmittag in Bad Berleburg und Bad Laasphe vergebens. Die IG Metall Siegen hatte zum Warnstreik bei Ejot, Mitglied im Verband der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen, aufgerufen. Zwei Stunden vor Schichtende verließen viele Beschäftigte die Werke. „Es läuft besser als gedacht,“ betonte Andree Jorgella, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Siegen im Gespräch mit der SZ.

Ejot-Beschäftige machen beim Warnstreik mit

In den Warnstreik einbezogen wurden in Wittgenstein die Standorte von Ejot in der Herrenwiese, in Berghausen und in der Aue in Bad Laasphe. An diesen Wittgensteiner Standorten erwarteten die Mitglieder der IG Metall die Beschäftigten zum verfrühten Feierabend – mit Fahnen für das Auto und einem Berliner Ballen in die Hand. „Unsere Forderungen und den Hintergrund des Warnstreiks haben wir schon vorher im Haus kommuniziert“, berichtete Hubertus Bald, Mitglied des Betriebsrats. Er und Klaus Dieter Zissel, stellv. Betriebsratsvorsitzender, hielten bei eisigen Temperaturen und Windböen zusammen mit Kolleginnen und Kollegen in Bad Berleburg die Stellung, während der Betriebsratsvorsitzende von Ejot, Carsten Fischer, die Aktion im Bad Laaspher Ejot-Werk in der Aue leitete. Carsten Fischer dazu: „Ich muss sagen, dafür, dass es kurzfristig und unter Coronabedingungen ablief, war das eine gute Veranstaltung. Wir haben die Früh- und Spätschicht angesprochen, um sich zu beteiligen.“

Klare Forderungen der Gewerkschaft

Grund der guten Resonanz auf den Aufruf der IG Metall sei die Nullrunde im vergangenen Jahr gewesen, vermutete Hubertus Bald. „Wenn wir in diesem Jahr wieder eine Nullrunde fahren, heißt das effektiv zweieinhalb Jahre ohne Lohnerhöhung. Daher fordern wir jetzt vier Prozent mehr Entgeltvolumen. Das Entgeltvolumen beinhaltet nicht immer gleich eine höhere Lohnzahlung. Man muss die Situation differenziert sehen. Es gibt Betriebe, die haben auf lange Zeit keine volle Auslastung. Da kämpfen wir dafür, die Arbeitszeiten abzusenken und fordern Geld für den Teillohnausgleich. So können Betriebe Fachkräfte halten.“ Mit Blick auf das Jahr 2020 erinnerte Andree Jorgella daran, dass man die Tarifrunde im März abgebrochen hatte. „Unsere Forderung beschränkte sich auf 350 Euro Kurzarbeitergeld-Ausgleich.“ Man warte zudem auf Angebote der Arbeitsgeberseite für eine Beschäftigungs- und Ausbildungssicherung. „Daher haben wir symbolisch 130 Ballons an den Zaun gebunden – für 130 Auszubildende bei Ejot“, berichtete Andree Jorgella weiter.

1000 Beschäftige in Siegen-Wittgenstein beteiligen sich am Streik

Insgesamt hätten sich am Freitag über 1000 Beschäftigte im Bezirk Siegen-Wittgenstein an dem Streik beteiligt. „Wir wollen uns hier solidarisch zeigen. Der Streik vor Ort ist nicht gegen den Arbeitgeber gerichtet“, stellte Hubertus Bald klar.
Dazu äußerte sich auch Andree Jorgella: „Wir haben eine Forderung in der Fläche. Hier kann man nicht differenzieren. Der Streik richtet sich nicht gegen Herrn Kocherscheidt, der vorbildlich handelt. Die Forderungen gehen an die Arbeitgeber im Ganzen, die sich – wie wir – zusammengeschlossen haben.“

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil
Themenwelten
Die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo.

SZ+ informiert schnell und gut
Mit dem Frühlings-Abo drei Monate sparen

Der Frühling hat - kalendarisch- begonnen und die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo. Verlässliche Informationen trotz unruhiger Corona-LageIn diesem einmal mehr besonderen Jahr sehnen sich viele Menschen noch mehr nach den ersten Frühlingsboten. Ist doch mit den steigenden Temperaturen, den kräftiger werdenden Sonnenstrahlen und dem Aufblühen der Natur im zweiten Jahr der Corona-Pandemie noch mehr Hoffnung verbunden als...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen