Fusion der Kirchenkreise auf dem Weg
In Wittgenstein gibt es noch zahlreiche Bedenken

Mit 32 Ja-Stimmen bei 5 Gegenstimmen und 4 Enthaltungen votierten die Synodalen für die Machbarkeitsstudie zur möglichen Fusion mit Siegen.
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  • Mit 32 Ja-Stimmen bei 5 Gegenstimmen und 4 Enthaltungen votierten die Synodalen für die Machbarkeitsstudie zur möglichen Fusion mit Siegen.
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howe Wemlighausen. Noch recht deutlich fiel das Ergebnis bei der Sommersynode des Kirchenkreises Wittgenstein im Abenteuerdorf in Wemlighausen am Mittwoch aus. Dabei diskutierten die Synodalen die Angelegenheit im Vorfeld durchaus kritisch: Von 41 Mitgliedern stimmten 32 dafür, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, die prüfen soll, ob und inwieweit eine Fusion der beiden Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein Sinn macht. In Siegen votierte die große Mehrheit bei der Synode ebenfalls für die Machbarkeitsstudie. Für die Studie wird nun eine Steuerungsgruppe eingesetzt, die ihre Ergebnisse auf der Sommersynode 2020 vorstellt. Anschließend sollen die einzelnen Kirchengemeinden in einem Stellungnahmeverfahren ihre Position darlegen. Fünf Synodale sprachen sich bei der Abstimmung klar gegen eine solche Machbarkeitsstudie aus, einige von ihnen aus den Reihen der Kirchengemeinde Bad Berleburg. Vier Enthaltungen, darunter auch aus Feudingen, komplettierten das Ergebnis.

Superintendent Stefan Berk machte im Vorfeld deutlich, dass es überhaupt nicht um die Frage gehe, Fusion mit Siegen ja oder nein. Es handele sich um eine Machbarkeitsstudie. Dabei würde die Frage der lokalen Grenzen nicht diskutiert. „Olpe und Hochsauerland sind gesetzt.“ Will heißen: Für beide Kirchenkreise bleiben die aktuellen Zuschnitte unangetastet. Auch die Frage der Diakonischen Werke werde „komplett ausgeklammert“. Bevor die Mitglieder der Sommersynode am Mittwoch ihr Votum abgaben, setzten sie sich am Vormittag in vier Gruppen zusammen, um die Frage der Machbarkeitsstudie unter zwei Aspekten zu diskutieren: Welche Erwartungen bringen wir in die Studie ein? Und welche Befürchtungen haben wir, die in so einer Studie mit bedacht werden müssen? Aus den Reihen der Synode hagelte es Kritik, sodass Moderatorin Silke van Doorn im Anschluss weitaus mehr rote Argumentationskärtchen für die negativen Aspekte als weiße für die positiven an die Stellwände heften musste. Die Bedenken sind vielfältig: Die Machbarkeitsstudie binde Kräfte, die für die inhaltliche Arbeit fehle, hieß es schon mal generell. Die Mentalitätsunterschiede zwischen den beiden Kirchenkreisen seien zu groß, außerdem stelle sich die Frage, „müssen wir heiraten? Ist es schon so schlimm?“

Die Diskussion, auf eine mögliche Fusion hinzuarbeiten, sei zu frisch – lautete ein Argument, das Bad Berleburgs Pfarrerin Claudia Latzel-Binder näher erläuterte. Dazu führte sie aus, dass sich die Synode ja parallel mit den Überlegungen des Strukturausschusses zur Regionen-Einteilung in Wittgenstein befasse. „Meine Sorge: Beide Dinge gleichzeitig überfordern uns.“ Sie sei der Ansicht, dass man erst den kreativen Strukturprozess durchführen solle. Mit Blick auf die eventuelle Vereinigung der Kirchenkreise solle diese als Zweites „zeitlich nachgeordnet“ werden. „Mir ist der Strukturausschuss von größerer Priorität,“ so Claudia Latzel-Binder. Weitere Argumente mit Bedenken äußerten die Mitglieder: Die Siegener kämen nicht nach Wittgenstein, weil die Entfernungen zu riesig seien. Außerdem sei fraglich, wie die Fusion funktionieren könne. Dann werde das gute Miteinander in Wittgenstein zerrissen. Ängste wurden geäußert, man werde in einem großen Kirchenkreis mit Siegen nicht mehr wahrgenommen. Eine geringere Repräsentanz in Ausschüssen sei die Folge, ebenso ein geringeres Engagement in synodalen Aufgaben. „Wir werden noch bedeutungsloser“, äußerte ein Mitglied im Kurz-Workshop.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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