Ex-Bürgermeister steigt ganz aus
Linten verzichtet auf sein Mandat

Heinz Josef Linten prägte jahrelang das politische Geschehen in Erndtebrück. Jetzt hört der ehemalige Bürgermeister auf.
  • Heinz Josef Linten prägte jahrelang das politische Geschehen in Erndtebrück. Jetzt hört der ehemalige Bürgermeister auf.
  • Foto: Björn Weyand
  • hochgeladen von Holger Weber (Redakteur)

bw Erndtebrück. Das schlechte Wahlergebnis der CDU in Erndtebrück sowohl bei der Wahl des Bürgermeisters als auch bei der Wahl zum Gemeinderat führt zu einer ersten personellen Veränderung in der Fraktion. Der ehemalige Bürgermeister Heinz-Josef Linten verzichtet auf das über die Reserveliste der CDU errungene Mandat und zieht sich damit nach 40-jähriger Tätigkeit im Rat der Edergemeinde am Ende der laufenden Wahlperiode aus der Kommunalpolitik zurück.
Er ziehe damit die Konsequenzen aus dem schlechten persönlichen sowie auch parteilichen Wahlergebnis, erläutert der bisherige Fraktionsvorsitzende. Die CDU hatte fast sechs Prozent bei der Ratswahl eingebüßt und hat künftig nur noch sechs statt acht Sitze im höchsten Gremium der Gemeinde Erndtebrück. In seinem Wahlbezirk hatte Heinz-Josef Linten nur noch 14,5 Prozent der Stimmen erhalten – und lag damit noch hinter FDP-Kandidat Peter Hofius auf Rang 3. Das Direktmandat holte der andere Ex-Bürgermeister Karl Ludwig Völkel (SPD). Anstelle Heinz-Josef Lintens dürfte nun wohl Melanie Birkelbach-Bürger in den Rat einziehen.
Heinz-Josef Linten zog per Direktwahl erstmals im Jahre 1975 in den Gemeinderat ein und gehörte – mit einer fünfjährigen Unterbrechung nach seiner Abwahl als Bürgermeister 2004 – dem Kommunalparlament insgesamt 40 Jahre an, wobei er als Bürgermeister von 1994 bis ins Jahr 2004 dem Rat vorstand. „Es hat mir Freude gemacht, unsere Gemeinde mit zu gestalten. Dankbar bin ich auch dafür, dass ich Erndtebrück zusätzlich 15 Jahre im Kreistag, unter anderem zeitweise als stellvertretender Landrat und fünf Jahre in der Versammlung des Landschaftsverbands in Münster vertreten durfte“, sagt Heinz-Josef Linten.
Intern sei bereits vor der Wahl geklärt gewesen, dass er nicht mehr als Chef der CDU-Fraktion fungieren würde, berichtet Heinz-Josef Linten im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Er habe zudem vor der Wahl schon mit sich gerungen, ob er überhaupt noch einmal antreten solle. Es habe alles seine Zeit, betont der Erndtebrücker: „Es gab Höhen und Tiefen – ich habe beides mitgemacht.“ Auf eine absolute Mehrheit der CDU bis 2004 folgte der Absturz mit der Abwahl. Bis zum heutigen Tage hat sich die Partei nicht wirklich davon erholt. In der CDU sollten seiner Meinung nach nun neue Leute eingebunden werden, findet Heinz-Josef Linten und nennt Jörn Wiedemann, Christian Hannig oder Karl Friedrich Radenbach, die zwar kein Ratsmandat bekommen haben, aber als sachkundige Bürger fungieren könnten.
„Ich war Bürgermeister, deshalb habe ich meine Fachlichkeit gerne in den Rat eingebracht“, erklärt Linten, „es war eine schöne Zeit.“ Gleichwohl erinnert er sich auch an Schläge unter die Gürtellinie, an die auch Antje Laues-Oltersdorf kürzlich im SZ-Gespräch zurückdachte. So etwas dürfe es nicht mehr geben, wünscht sich Heinz-Josef Linten, vielmehr sei ein konstruktives Miteinander notwendig: „Zum Wohle unserer lebens- und liebenswerten Gemeinde Erndtebrück.“ Alle, die da säßen, täten etwas für das Gemeinwesen.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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