Wetterportal zieht Bilanz
Wittgenstein erlebt den kältesten April seit 1986

Die Woche nach Ostern war im Wittgensteiner Land eine der winterlichsten Aprilwochen der letzten 30 Jahre. Verbreitet lag eine stattliche Schneedecke.
  • Die Woche nach Ostern war im Wittgensteiner Land eine der winterlichsten Aprilwochen der letzten 30 Jahre. Verbreitet lag eine stattliche Schneedecke.
  • Foto: Wetterportal
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sz Wittgenstein. Aus den vergangenen 20 Jahren kennt man viele April-Monate, die schon an den Hochsommer erinnerten. Der diesjährige war dagegen so kalt wie seit 35 Jahren nicht mehr. Dazu gab es noch einen ordentlichen Wintereinbruch mit Schnee bis in die Täler. In Sachen Regen blieben die Messbecher aber wieder einmal leerer als üblich. Das ergaben die Messungen und Beobachtungen von Julian Pape vom Wetterportal Wittgenstein.

Mit einer Mitteltemperatur von 1,9 Grad an der Vergleichsstation Kahlen Asten war der April um 1,6 Grad kälter als ein April in alten Zeiten (1961 - 1990). Im Vergleich zu den vergangenen 30 Jahren lag die negative Abweichung bei stattlichen 3,5 Grad. Dabei begann der zweite Frühlingsmonat nach dem extrem warmen Ende des März noch mit Restwärme.

1. April der wärmste Tag des Monats in Wittgenstein

So war der 1. April überall in den Wittgensteiner Tälern mit einigem Abstand der wärmste Tag des Monats. Allein dies ist schon recht ungewöhnlich, denn in der Regel werden die höchsten Werte in einem April zum Ende erreicht. So kam Birkelbach auf 20,3 Grad, Dotzlar schaffte 20,7 Grad und Feudingen sogar 22,5 Grad. Schon ab dem 2. April sackten die Werte dann aber deutlich ab und das Osterwochenende verlief zwar meist trocken, allerdings bereits mit deutlichen Nachtfrösten. Im Laufe des Ostermontags überquerte dann eine Kaltfront das Wittgensteiner Land und es folgte eine der winterlichsten Aprilwochen der vergangenen Jahrzehnte.

Rund um den Rothaarkamm zwischen dem Albrechtsplatz und dem Rhein-Weser-Turm kamen teils mehr als 30 Zentimeter zusammen, eine solche Menge gab es in dieser Jahreszeit zuletzt im April des Jahres 1973. Letztlich wurden in der Spitze bis zu 13 Schneetage erreicht, was es ebenfalls länger nicht mehr in einem April gegeben hat. Auch in den Tälern wurde es nochmal zeitweise winterlich. Nach einem regnerischen Wochenende rund um den 11. April setzten sich in der zweiten Hälfte vermehrt Hochdruckgebiete durch.

Diese standen aber meist in Verbindung mit einer straffen nördlichen Luftströmung und so kam es zwar kaum noch zu Niederschlägen, die Temperaturen zeigten aber nur einen sehr zaghaften Aufwärtstrend. So verwundert es auch nicht, dass die Zahl der Frosttage ebenfalls erstaunlich ist. Mehr als 23-mal Frost gab es in den Hochlagen zuletzt ebenfalls 1973.

Minus 10 Grad Ende April

Die Wittgensteiner Täler standen dem nur wenig nach. Benfe und Hesselbach kamen ebenfalls auf 23 Frosttage, Schwarzenau und Elsoff erreichten 21 solcher Tage. Die kälteste Temperatur des Monats wurde in vielen Talorten erst zum Monatsende erreicht, so zeigte das Thermometer im obersten Benfetal am Morgen des 26. April tiefwinterliche -9,6 Grad, direkt über dem Erdboden wurden sogar -10,6 Grad gemessen.

Während sich die erste Monatshälfte hinsichtlich der Niederschlagsmengen noch anschickte durchaus brauchbare Werte zu erreichen, fielen ab Monatsmitte meist nur noch wenige Tropfen. So kam Erndtebrück noch auf 69 Liter pro Quadratmeter, in Bad Berleburg und Schwarzenau wurden jeweils rund 45 Liter registriert, insgesamt waren es dann damit doch wieder 10 bis 30 Prozent weniger als normalerweise.

Die Sonne tat sich in den ersten beiden Monatsdritteln doch mehr als schwer. Bis zum 21. April erreichte sie meist zwischen 70 und 80 Stunden und damit etwa 20 Stunden weniger als zu diesem Zeitpunkt üblich gewesen wären. Vom 22. bis zum 28. April reihten sich dann aber sieben sonnige bis wolkenlose Tage aneinander, die allein mehr als 80 Stunden brachten und so endete der Monat mit rund 160 Stunden.

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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