Vorwurf der Misswirtschaft und Fahrlässigkeit

Hochwasser in Libyen: Acht Beamte wegen maroder Staudämme festgenommen

Ein Viertel der Stadt Darna stand durch das Hochwasser am 11. September unter Wasser.

Bengasi. Zwei Wochen nach den schweren Überschwemmungen in Libyen sind 16 Menschen im Zusammenhang mit dem Bruch zweier Staudämme angeklagt worden. Die Vertreter von regionalen sowie landesweit arbeitenden Behörden waren laut Anklage vom Montag unter anderem für die Wartung der Dämme im Land verantwortlich.

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Darunter sind ein früherer Vorsitzender der Behörde für Wasservorräte, der Leiter von Libyens Staudamm-Behörde und der inzwischen suspendierte Bürgermeister der besonders stark betroffenen Stadt Darna, Abdel Munim al-Ghaithi. Er und sieben weitere Beschuldigte kamen in Untersuchungshaft. Ihnen werden Misswirtschaft, Fahrlässigkeit und andere Vergehen vorgeworfen.

Ermittlungen sollen klären, wie die Dämme brechen konnten

Staatsanwalt Al-Siddik al-Sur hatte die Ermittlungen zur Katastrophe einige Tage nach den Überschwemmungen angekündigt. Diese soll klären, wie die beiden Dämme in den Bergen nahe Darna kollabieren konnten. Sie brachen in der Nacht zum 11. September nach schweren Regenfällen während des Sturms „Daniel“ über dem nordafrikanischen Land. Große Teile von Darna wurden dabei weggespült.

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Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden bisher rund 4000 Todesopfer identifiziert, mehr als 8000 werden vermisst. Das Notfallkomitee der Regierung im Osten bezifferte die Zahl der Toten am Sonntag auf 3800.

Vorwurf der Fahrlässigkeit bei Vorkehrungen für Katastrophen

Darnas Bürgermeister Al-Ghaithi wird vorgeworfen, seine Macht missbraucht zu haben und Gelder verschwendet zu haben, die für Wiederaufbau und Entwicklung der Stadt vorgesehen waren. Anderen Angeklagten von den Wasser- und Staudammbehörden wird die falsche Ausführung von Verwaltungs- und finanziellen Aufgaben sowie Fahrlässigkeit bei den Vorkehrungen für Katastrophen vorgeworfen. Die libysche Aktivistin Asma Khalifa berichtete im RND-Interview, es habe Warnungen gegeben, dass die Dämme repariert werden müssen.

In dem Konfliktstaat Libyen ringen zwei schwache, verfeindete Regierungen im Westen und Osten um die Macht. Nach dem Sturz und Tod von Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi 2011 war ein Bürgerkrieg ausgebrochen. Größere Gefechte gab es seit dem Sommer 2020 nicht mehr. Bis heute kämpfen in dem ölreichen Land aber unzählige Milizen um Macht und Ressourcen.

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RND/dpa/AP

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