Hummels motzt über Elfmeter und kontert Schiri-Experten: „Bei aller Liebe“
Mats Hummels war auch nach den 90 Minuten des Achtelfinal-Hinspiels der Champions League bei der PSV Eindhoven noch im Vollgas-Modus. „Null Prozent Elfmeter für mich - null“, schimpfte der Nationalspieler von Borussia Dortmund bei Amazon Prime: „Ich grätsche rein, spiele ganz klar und deutlich zuerst den Ball.“ Was Hummels derart auf die Palme brachte: Sein Einsteigen gegen Bayern-Leihgabe Malik Tillman, das Schiedsrichter Srdjan Jovanovic aus Serbien nach Rücksprache mit dem VAR als Foul bewertet und mit einem Strafstoß geahndet hatte. Luuk de Jong verwandelte sicher (56.) und glich nach der BVB-Führung durch Donyell Malen (24.) zum 1:1-Endstand aus.
Der angeblich Gefoulte habe sich ebenso wie einige seiner PSV-Teamkollegen nach dem Elfmeter noch minutenlang „totgelacht“, berichtete der aufgebrachte Hummels und bezeichnete die Entscheidung des Referees als „lächerlich“. Anschließend brachte sich der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Wolfgang Stark in die Diskussion ein und verschlechterte Hummels‘ Laune mit seiner Analyse weiter. „Mats Hummels spielt mit dem langen Bein zuerst den Ball und geht mit dem Tackling ein hohes Risiko. Mit dem sogenannten Nachziehbein trifft er ihn halt. Deswegen sage ich: Man kann den Elfmeter geben. Es ist nichts für den VAR“, meinte der Amazon-Experte, gab aber auch zu, dass er in seiner aktiven Zeit nicht auf den Punkt gezeigt hätte.
Nachziehbein? Nachdem ich drei Minuten vorher den Ball gespielt habe?“
Mats Hummels über die Elfmeter-Analyse von Wolfgang Stark
Hummels, der Starks Ausführungen mit einem „Oh, nee - bitte. Das ist Profifußball“ unterlegt hatte, konterte: „Das ist eine Erklärung, die kann nur aus dem Regelbuch und nicht aus dem Profifußball kommen. Das möchte ich mal betonen. Das ist null ein Elfmeter. Nachziehbein? Nachdem ich drei Minuten vorher den Ball gespielt habe? Also bei aller Liebe.“ Insgesamt sieht der 35-Jährige eine schwierige Entwicklung im Fußball.
Hummels: VAR hat Schiedsrichter schlechter gemacht
„Wir geben Elfmeter für Situationen, für die wir im Mittelfeld keinen Freistoß geben. Wir sind in dieser Hinsicht auf dem völlig falschen Weg. Leider habe ich den Eindruck, dass der VAR die Schiedsrichter schlechter gemacht hat“, sagte der Innenverteidiger: „Früher waren die Schiedsrichter wesentlich besser. Ich habe das Gefühl mittlerweile treffen sie eine Entscheidung, lassen sie dann überprüfen.“
Hummels war nicht der einzige Dortmunder, der mit dem Referee und dem VAR-Team hart ins Gericht ging. „Die Verärgerung ist sehr groß. Wenn man solche Entscheidungen gegen sich hat, die nicht 100-prozentig richtig sind, tut das schon weh“, bekannte Sebastian Kehl. Auch der BVB-Sportdirektor warf dem serbischen Schiedsrichter vor, sich die Szene nicht noch mal im TV am Spielfeldrand selbst angeschaut zu haben: „Er weiß um die Wichtigkeit der Partie. In der Situation hätte er sich das ansehen können, vielleicht sogar müssen.“