Union-Krise: Hamann hält Festhalten an Trainer Fischer für „unverantwortlich“
Die Rückendeckung für Trainer Urs Fischer bei Krisen-Klub Union Berlin scheint auch nach der zwölften Niederlage hintereinander nicht zu bröckeln. Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann hält ein weiteres Festhalten am Berliner Coach dagegen für „unverantwortlich“, wie er bei Sky90 erklärte. „Du hast eine Verantwortung dem Verein gegenüber“, sagte Hamann zur Situation bei den Köpenickern, die jüngst durch ein 0:3 gegen Eintracht Frankfurt auf Relegationsplatz 16 zurückfielen: „Du kannst ja nicht sagen: Wir gehen mit Fischer in die zweite Liga und hunderte Leute verlieren ihren Job. Das wäre ja unverantwortlich.“
Klar ist: Der Abstiegskampf ist bei Union angekommen. Und doch scheinen Verein und Anhang schwer entschlossen, dass dieser gemeinsam gemeistert werden kann - und vor allem mit Trainer Fischer. „Großartig, es beschreibt auch diesen Zusammenhalt von Union. Der wird nicht nur erzählt, sondern auch gelebt“, sagte Fischer selbst nach der Pleite gegen Frankfurt mit einer Mischung aus Rührung und Erstaunen. Das Team war trotz der deutlichen Niederlage mit Gesängen von den Tribünen der Alten Försterei gefeiert worden. „Man versucht das durchzuziehen. Ich habe das Gefühl, je mehr sie verlieren, desto mehr wird der Trainer geliebt. Das ist eine gefährliche Situation“, warnt Hamann.
Denn sportlich dürfte die Wende auch in den kommenden Spielen schwierig werden. In der Champions League, in der Union nach drei Spielen noch ohne Punkt dasteht, geht es am Mittwoch zur SSC Neapel (18.45 Uhr, DAZN). In der Bundesliga wartet am Sonntag der ungeschlagene Tabellenführer Bayer Leverkusen (15.30 Uhr, DAZN). Für Hamann ist es daher an der Zeit, zu handeln. „Irgendwann musst du die Entscheidung treffen. Du kannst ja nicht sehenden Auges da reinlaufen“, so der 50-Jährige, der die Auftritte der Berliner durchaus kritisch bewertet. „Das hat nichts mit dem Fußball zu tun, den sie das letzte Jahr gezeigt haben“, urteilte Hamann.
Trotz Pleiten-Serie mit Union: Urs Fischer bleibt kämpferisch
Nicht nur von Fan-, sondern auch von Vereinsseite aus scheint Fischer jedoch volle Unterstützung zu erfahren. Klub-Präsident Dirk Zingler hatte vor dem Anpfiff des Duells mit der SGE noch unmissverständlich klar gemacht: „Wir sind froh, dass wir ihn bei uns haben und sind überzeugt, dass wir zusammen aus der Ergebniskrise herauskommen.“ Und auch Fischer selbst betonte: „Ich bin bereit, zu kämpfen.“