Inflationsziel in Reichweite

Inflation und Lebensmittelpreise sinken: Der Supermarkteinkauf wird günstiger

Eine Kundin steht mit einem Mehrweg-Einkaufsnetz in der Obst- und Gemüseabteilung in einem Supermarkt.

Die Teuerung in Deutschland hat sich weiter verlangsamt: Nach vorläufigen Daten lag die Inflationsrate im März verglichen mit dem Vorjahresmonat bei 2,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Beim Tanken und im Supermarkt dürften Verbraucherinnen und Verbraucher das immer deutlicher spüren: Sowohl Energie als auch Lebensmittel sind zuletzt günstiger geworden, wie die Statistikbehörde berichtete.

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Demnach sanken die Preise für Kraftstoff, Heizöl und Erdgas im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,7 Prozent – trotz des Auslaufens der Preisbremsen und der Erhöhung des CO₂-Preises zum Jahreswechsel. Und auch Supermärkte reagieren teilweise mit Preissenkungen auf die – laut Handelsverband immer noch maue – Nachfrage: Lebensmittel verbilligten sich im besagten Zeitraum um 0,7 Prozent. Bei ihnen war es der erste Preisrückgang seit 2015, so das Bundesamt.

„In den letzten zwölf Monaten sind einige Produkte und Produktgruppen geringfügig günstiger geworden, nachdem diese zuvor deutlich im Preis gestiegen sind“, bestätigt auch Sven Reuter, Gründer und Chef des Supermarkt-Preisvergleichs smhaggle.com dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Er ist allerdings nur verhalten optimistisch, dass sich der Trend fortsetzt: Etwa 20 bis 30 Prozent des Warenangebots dürften sich im Jahresverlauf weiter verteuern. „Bei vielen Produkten werden auch 2024 die Preise steigen“, sagt Reuter deshalb.

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Sinkende Inflation hilft der Konjunktur

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Preissteigerungen gab es zuletzt vor allem bei Dienstleistungen, die seit dem vergangenen März um 3,7 Prozent teurer wurden. „Darin spiegeln sich vor allem höhere Lohnkosten“, sagte Michael Heise, Chefökonom des Vermögensverwalters HQ Trust. Ihm bereitet das Sorgen: Gäben die Weltmarktpreise für Öl und Gas nicht unerwarteterweise nach, könnte die Inflation bald wieder leicht in Richtung 2,5 Prozent ansteigen, warnte Heise.

Viele Ökonomen und Ökonominnen sind indes gelassener. Gleich zwei gute Nachrichten gebe es für die Konjunktur, sagte Friedrich Heinemann, Chef des Mannheimer Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW): Zum einen gehe die sinkende Inflation mit einer höheren Kaufkraft einher. „In Deutschland dürften etwa die Rentenerhöhungen dieses Jahr um satte 2 Prozentpunkte über der Inflation liegen“, so Heise.

Ifo-Institut für baldige Zinssenkung

Zum anderen sei das 2-Prozent-Inflationsziel der EZB zumindest aus deutscher Sicht in Reichweite. Deshalb wachse der Spielraum für Zinssenkungen, wovon laut Heinemann die Investitionen und somit die Konjunktur insgesamt profitieren dürften. Beobachterinnen und Beobachter sahen zuletzt Anhaltspunkte dafür, dass die Zentralbank die Leitzinsen im Juni wieder senken könnte. Das hängt aber von der Inflation im gesamten Euro-Raum und nicht nur in Deutschland ab.

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Hier rechnen auch viele Unternehmen mit einer sinkenden Inflation, teils tragen sie dazu auch aktiv bei: Laut dem Münchner Ifo-Institut sank zuletzt insbesondere im Einzelhandel und in der Gastronomie der Anteil der Betriebe, die Preiserhöhungen anvisieren. Auf dem Bau ist der entsprechende Index gar ins Negative gedreht, dort zeichnen sich dem Ifo-Institut zufolge weitere Preissenkungen ab.

Insbesondere Reiseveranstalter und Hotels planten hingegen zwar leichte Preissteigerungen. Doch insgesamt ist für Timo Wollmershäuser die Tendenz klar: „Die Inflation ist weiter auf dem Rückzug und dürfte im Sommer unter die 2-Prozent-Marke sinken“, sagte der Ifo-Konjunkturchef. „Aus deutscher Sicht spricht nichts gegen eine baldige Zinssenkung durch die EZB“, betonte er denn auch.

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