Bundeswehr fliegt rund 50 Menschen aus dem Niger aus
Berlin. Nach dem Militärputsch im Niger hat die Bundeswehr rund 50 Personen aus dem westafrikanischen Land ausgeflogen. Ein Transportflugzeug vom Typ A400M habe am Donnerstag den Flughafen der Hauptstadt Niamey verlassen, schrieb die Bundeswehr am Abend auf Twitter. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos bestätigte die Angaben. Die Nationalitäten der Evakuierten waren zunächst unklar. Zudem war nicht bekannt, ob es sich dabei um Zivilisten handelte.
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Zur vollständigen AnsichtDie Bundesregierung hatte zunächst auf eigene Evakuierungsflüge verzichtet. Rund 60 Deutsche wurden mit französischen Flugzeugen in Sicherheit gebracht. Das Außenministerium in Paris erklärte die eigene Evakuierungsaktion am Donnerstag für abgeschlossen.
Militärputsch bringt letzte Demokratie in Sahelzone zu Fall
Im Niger hatten Offiziere der Präsidialgarde in der vergangenen Woche den demokratisch gewählten Präsidenten Mohamed Bazoum festgesetzt und für entmachtet erklärt. Der Kommandeur der Eliteeinheit, General Abdourahamane Tiani, ernannte sich im Anschluss selbst zum neuen Machthaber. Kurz nach Tianis Machtübernahme setzten die Putschisten die Verfassung außer Kraft und lösten alle verfassungsmäßigen Institutionen auf.
Nach Militärputschen in Mali und Burkina Faso seit 2020 war der Niger das letzte der drei Nachbarländer in der Sahelzone, das von einer demokratisch gewählten Regierung geführt wurde.
Sie hassen den Westen und meinen vor allem Frankreich
Das Dilemma des Westens in den drei afrikanischen Staaten der Sahelzone Niger, Mali und Burkina Faso hat viel mit einer gescheiterten französischen Afrikapolitik und mit russischer Desinformation zu tun. Das deutsche Engagement im Rahmen des UN-Mandats hatte vor diesem Hintergrund nie eine Chance.
Pistorius sieht deutsche Soldaten nicht in Gefahr
Die Bundeswehr betreibt einen Lufttransportstützpunkt in Niamey, der das zentrale Drehkreuz für die Bundeswehr in Westafrika und wichtig für den laufenden Abzug aus dem benachbarten Mali ist.
Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte die Lage für die deutschen Soldaten in Niamey am Donnerstag als „ruhig“ bezeichnet. Der SPD-Politiker betonte, sein Ministerium habe in enger Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt die Situation im Blick: „Die Priorität Nummer eins ist die der Sicherheit der Soldatinnen und Soldaten.“
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Zur vollständigen AnsichtDer Konflikt im Niger könnte weiter eskalieren. Die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas hatte den Putschisten ein Ultimatum gestellt. Sollte der festgesetzte Präsident Bazoum nicht bis Sonntag wieder eingesetzt werden, werde Ecowas Maßnahmen ergreifen, die Sanktionen und auch Gewalt umfassen könnten, hieß es.
RND/dpa