Medienbericht: Söldnertruppe Wagner lässt Kämpfer mit psychischen Erkrankungen zu
Moskau. Wegen Personalmangels lockert die russische Söldnertruppe Wagner laut einem Medienbericht die Aufnahmebedingungen und lässt Männer mit psychischen Vorerkrankungen zum Dienst zu. Die Söldnertruppe werbe damit, dass nun keine psychiatrischen und ärztlichen Atteste mehr für die Einstellung nötig seien, berichtete die unabhängige Internetzeitung „Moscow Times“. Laut dem Bericht ist Wagner inzwischen sogar bereit, Männer anzuheuern, die in einer Nervenheilanstalt behandelt wurden. Zuvor hatte die Einheit monatelang russische Strafgefangene in Gefängnissen rekrutiert.
Ein Korrespondent der „Moscow Times“ habe bei Wagner angerufen und sich als Freiwilliger ausgegeben. Auf die Frage, ob es kein Problem sei, dass er wegen eines Nervenzusammenbruchs behandelt worden sei, habe der Anwerber ihm nur geraten, seinen Zustand selbst einzuschätzen. Wenn alles normal sei, sei er herzlich willkommen. Laut den eigenen Vorschriften nimmt die Wagner-Truppe keine Schwer- und Hepathitiskranken und keine Drogenabhängigen auf. Doch die Überprüfung beschränkt sich dem Bericht nach auf einen Expresstest mit Blut- und Urinabgabe für einen eventuellen Drogennachweis.
Kämpfe in Bachmut
Die Wagner-Truppe kämpft aufseiten der russischen Armee im Raum Bachmut. Zur Auffüllung des Kaders rekrutierte Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin monatelang in russischen Gefängnissen vor allem Schwerverbrecher für die Truppe mit dem Versprechen einer Begnadigung nach einem Halbjahresdienst. Bis zu 50 000 Strafgefangene soll Wagner an die Front geschickt haben.
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Allerdings gab es zuletzt Probleme mit der Neurekrutierung: Einerseits gibt es seit Bekanntwerden der hohen Opferzahlen weniger Freiwillige, die sich für ein solches Himmelfahrtskommando melden, andererseits klagte Prigoschin zuletzt öffentlich darüber, dass das russische Verteidigungsministerium ihm den Zugang zu den Gefängnissen versperrt habe.
RND/dpa